Eine Frau geht in Istanbul in das Konsulat von Saudi Arabien | Bildquelle: SEDAT SUNA/EPA-EFE/REX/Shutterst

Fall Khashoggi Residenz soll durchsucht werden

Stand: 16.10.2018 14:11 Uhr

Was geschah mit Khashoggi? Die Türkei beschuldigt Saudi-Arabien, dass der Autor im Istanbuler Konsulat getötet wurde. Nun besprach US-Außenminister Pompeo den Fall in Riad mit König Salman.

Die türkischen Behörden wollen offenbar ihre Ermittlungen im Fall des verschwundenen Journalisten Jamal Khashoggi ausweiten. Die Polizei werde die Residenz des saudi-arabischen Konsuls in Istanbul durchsuchen, meldeten mehrere Medien. Auch das Konsulat soll im Laufe des Tages erneut durchsucht werden.

Der Fall bleibt rätselhaft. Khashoggi ist seit einem Besuch des Konsulats von Saudi-Arabien in Istanbul am 2. Oktober verschwunden. Die Türkei beschuldigt Riad, den Autor getötet und seine Leiche fortgeschafft zu haben.

Ermittler durchsuchen Konsulat

Bereits am Montag hatte ein türkisches Ermittlerteam das saudi-arabische Konsulat in Istanbul durchsucht. Acht Stunden lang suchten sie im Gebäude und auf dem Gelände nach Hinweisen. Nach der Durchsuchung gab ein Behördenvertreter an, die Polizisten hätten mehrere Proben genommen, die nun analysiert werden sollen, unter anderem von der Erde aus dem Garten des Konsulats.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sprach heute von ersten Hinweisen. Man schaue sich mögliche Spuren "giftiger Substanzen" genauer an, sagte er. Die seien überstrichen worden. Er hoffe auf baldige Ergebnisse, die helfen können, "eine Meinung zu bilden". Die Ermittler arbeiteten intensiv daran, herauszufinden, was genau im Konsulat passiert sei.

Der Fall Khashoggi bringt Saudi-Arabien zunehmend in Bedrängnis
tagesschau 20:00 Uhr, 16.10.2018, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Pompeo bei König Salman

Die Vorwürfe belasten auch die diplomatischen Beziehungen zwischen Riad und Washington. US-Außenminister Mike Pompeo traf sich in Saudi-Arabien mit König Salman. Der amerikanische Chef-Diplomat war auf Wunsch von Präsident Donald Trump nach Riad gereist, um dort den Fall zu besprechen. Über den genauen Gesprächsinhalt ist noch nichts bekannt.

Bundesaußenminister Heiko Maas machte sich in dem Fall für eine internationale Abstimmung stark. Auch mit den USA suche er engen Kontakt, sagte Maas. Er habe in dem Fall am Montag mit Pompeo telefoniert. "Wir wollen wissen, was da geschehen ist. Wenn wir das wissen, werden wir daraus unsere Schlüsse ziehen", sagte Maas.

UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet forderte die sofortige Aufhebung der diplomatischen Immunität jener Vertreter Saudi-Arabiens, die mit dem Verschwinden des Journalisten in Zusammenhang stehen. Ein solcher Schritt sei "angesichts des Ernsts der Lage" nötig, erklärte Bachelet. Die Immunität müsse für alle "relevanten Räumlichkeiten und Amtspersonen" aufgehoben werden.

Jamal Khashoggi (Archiv Foto von 2011) | Bildquelle: AFP
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Der saudische Journalist Jamal Kashoggi (Archivfoto von 2011) hatte Anfang Oktober das Konsulat in Istanbul betreten, jedoch nicht wieder verlassen.

Gibt Königshaus Erklärung ab?

Die Regierung in Riad wies die Vorwürfe bisher zurück. "Wall Street Journal" , "New York Times" und CNN berichteten allerdings, dass das Königshaus eine Einlassung zum Fall Khashoggi vorbereite. Der TV-Sender berief sich auf zwei nicht genannte Quellen. Einer dieser Quellen zufolge werde Saudi-Arabien in dem Bericht einräumen, der Journalist sei bei einem außer Kontrolle geratenen Verhör getötet worden. Das Königshaus werde betonen, dass es für einen solchen Einsatz keine Genehmigung gegeben habe und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Die zweite Quelle bestätigte aber lediglich, dass an einem Bericht gearbeitet werde.

Die "New York Times" greift die These. dass Khashoggi im Verlaufe des Verhörs getötet wurde, auf. Die Zeitung fußt ihre Angaben auf die Aussage einer dem Königshaus angeblich nahestehenden Person. Demnach habe der saudi-arabische Kronprinz Mohammed zwar die Befragung Khashoggis genehmigt. Doch der Beamte, der das Verhör vornahm, habe sich "beweisen wollen" und sich als "inkompetent erwiesen". Auch der "New York Times" zufolge werde das Königshaus jede Verantwortung von sich weisen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Oktober 2018 um 12:00 Uhr.

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