Überschwemmungen nach Zyklon Kenneth | Bildquelle: REUTERS

Zyklon "Kenneth" in Mosambik Ganze Dörfer wie ausgelöscht

Stand: 28.04.2019 19:06 Uhr

Hüfthohe Wassermassen, zerstörte Dörfer und nicht enden wollender Regen: Wirbelsturm "Kenneth" hat sich zwar inzwischen abgeschwächt, doch er hinterlässt massive Zerstörungen im Norden Mosambiks.

Von Jana Genth, ARD-Studio Johannesburg

Noch hält die Brücke stand. Die Wassermassen strömen nur knapp darunter, der Fluss selbst ist schon über die Ufer getreten. Und das ist erst der Anfang der Überschwemmungen. In der Hafenstadt Pemba müssen die Menschen durch hüfthohes Wasser, wenn sie vorwärts kommen wollen. Schon gestern machten sich viele auf den Weg zu höher gelegenen Orten, auf dem Kopf ein Bündel mit dem Nötigsten.

Heftige Überschwemmungen durch Wirbelsturm "Kenneth" in Mosambik
tagesschau 9:00 Uhr, 29.04.2019

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Es fehlt an Hubschraubern

Hilfsorganisationen befürchten nun Erdrutsche und die Ausbreitung von Krankheiten. Kleber Castro vom brasilianischen Militär ist mit seiner Einheit in der Provinz Cabo Delgado unterwegs, um zu helfen: "Alle Informationen, die wir haben, sagen uns, dass viele Menschen in der Region betroffen sein könnten. Die Überflutungen sind weit verteilt und großflächig. Wir haben noch keine Helikopter, deshalb ist das größte Problem der Transport."

Dabei hatte es erst so ausgesehen, als sei Mosambik diesmal etwas weniger schlimm getroffen worden. Die Katstrophenschutzbehörde hatte rechtzeitig Tausende Menschen in Sicherheit gebracht, Lebensmittel waren im Norden des Landes deponiert worden. Mittlerweile werden sie ausgegeben. Wie lange das nötig sein wird, ist unklar. Denn zum einen ist Mosambik immer noch damit beschäftigt, mit den Folgen von Zyklon "Idai" klarzukommen, der sechs Wochen vorher gewütet hatte.

Zerstörungen nach Zyklon "Kenneth" | Bildquelle: AFP
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Welche Kraft der Zyklon hatte, wird hier deutlich. Im Ort Macomia hat ein großer Baum ein Haus zerstört.

Aber auch "Kenneth", der nun eine Region getroffen hat, die nie zuvor eine Naturkatastrophe erlebt hatte, war gewaltig. Zwischen dem, was von ihren Häusern übrig ist, suchen Menschen nach etwas, was sie noch brauchen können. Ernüchtert klingt der Besitzer dessen, was einmal ein Teeladen war. Er stand in dem Dorf Nacate: "Wind und Regen haben meinen Laden zerstört. Ich werde nichts Neues aufbauen, ich hatte zwei Häuser und diesen Laden. Nichts davon steht mehr. Wovon soll ich denn wieder etwas aufbauen? Ich würde gern wenigstens ein Haus aufbauen, aber nicht mal dafür habe ich die Mittel", sagt er.

Als sei ein Bulldozer über die Häuser gefahren

Tausende haben in Mosambiks nördlichster Provinz ihr Zuhause verloren. Gemma Connell vom Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen beschreibt das so: Ganze Dörfer seien wie ausgelöscht, sie sähen aus, als sei ein Bulldozer darüber gefahren.

Aber damit nicht genug. Das Problem, das Zyklon "Idai" schon geschaffen hat, wird durch "Kenneth" noch verschärft: Es fehlt an Lebensmitteln. Zwischen Holzbrettern und Wellblechfetzen steht Jamal Amisse. Er berichtet: "Der Wind hat die Farmen und die Palmen zerstört. Auf den Farmen gibt es nichts mehr. Wir haben alles verloren. Hier im Dorf sind 300 Häuser kaputt - einfach alles."

Und auch wenn der Zyklon jetzt nur noch ein tropisches Tiefdruckgebiet ist, verheißt der Wetterbericht nichts Gutes. Denn "Kenneth" hängt förmlich über der Region fest - und bis mindestens Dienstag soll es weiter heftig regnen.

Überschwemmungen nach Zyklon "Kenneth" in Mosambik
Jana Genth, ARD Johannesburg
28.04.2019 22:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. April 2019 um 20:00 Uhr.

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