John F. Kennedy in Dallas | Bildquelle: REUTERS

Anordnung von Trump Kennedy-Akten nicht komplett freigegeben

Stand: 27.10.2017 04:12 Uhr

US-Präsident Trump hat die Veröffentlichung von Dokumenten zur Ermordung von John F. Kennedy durch das Nationalarchiv erlaubt. Einige "sensible" Dokumente würden jedoch auf Bitten von Sicherheitsbehörden für eine Prüfung zurückgehalten.

US-Präsident Donald Trump hat die Freigabe von fast 3000 Geheimakten über den Mord an Präsident John F. Kennedy im Jahr 1963 angeordnet. Veröffentlicht werden die Akten vom Nationalarchiv.

Einige Unterlagen würden aber auf Ersuchen der US-Bundespolizei FBI, der CIA und weiterer Geheimdienste zunächst zurückgehalten, sagten ranghohe Vertreter des Präsidialamtes in Washington. Die Behörden hätten für die Überprüfung der Unterlagen 180 Tage Zeit.

"Den Schleier lüften"

Trump schrieb in einer Anordnung, er habe keine andere Wahl gehabt, als ein solches Verfahren zu akzeptieren. Er ordne aber an, dass "der Schleier endlich gelüftet" werde. Nach Ablauf der Frist werde alles veröffentlicht werden, was möglich sei.

Trump hatte die komplette Veröffentlichung der Dokumente am Wochenende angekündigt und bis zuletzt auf Twitter regelrecht beworben.

Das Nationalarchiv in Washington | Bildquelle: AFP
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Im Nationalarchiv sind die Akten zu Kennedy einsehbar

Kongress hatte Veröffentlichung angeordnet

Der US-Kongress hatte im Jahr 1992 beschlossen, dass alle Akten zu den Ermittlungen bezüglich Kennedys Tod öffentlich gemacht werden sollen. Als Frist war damals der 26. Oktober 2017 gesetzt worden.

Kennedy war am 22. November 1963 im texanischen Dallas erschossen worden, als er im offenen Wagen mit seiner Frau Jacqueline vom Flughafen in die Stadt fuhr. Als Tatverdächtiger wurde Lee Harvey Oswald festgenommen, der zwei Tage später im Polizeigewahrsam von einem Nachtclubbesitzer erschossen wurde.

Den Mord an dem 46-jährigen US-Präsidenten umgeben noch heute zahlreiche Verschwörungstheorien. So wird oft bezweifelt, dass Oswald - wie die Ermittlungen ergaben - tatsächlich ein Einzeltäter war. Experten gehen aber davon aus, dass die bislang unter Verschluss gehaltenen Akten keine großen Neuigkeiten zu der Frage bergen, warum Oswald Kennedy erschoss.

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Vor 100 Jahren wurde John F. Kennedy geboren (Mai 2017)

Ein Porträt in Bildern

Rose Kennedy mit ihren Kindern Eunice, Kathleen, Rosemary, John und Joseph Junior

John Fitzgerald wird am 29. Mai 1917 als zweites von neun Kindern in Boston geboren. Seine Eltern Rose und Joseph Kennedy stammen von irischen Einwanderern ab. Rose lässt sich 1921 mit ihren Kindern Eunice, Kathleen, Rosemary, John und Joseph Junior (v.l.n.r.) fotografieren. Da gehören die Kennedys schon zur bürgerlichen Aristokratie. Joseph Kennedy, Sohn eines Kneipenwirts, ist bereits mit 25 Jahren der jüngste Bankdirektor des Landes. Auf die Frage, was er jetzt noch erreichen will, sagt er schlicht: "Alles".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Oktober 2017 um 04:56 Uhr.

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