Rettungskräfte schirmen mit einer blauen Plane eine Trage ab, auf der sie eines der Opfer der Messerattacke in Kawasaki transportieren. | Bildquelle: AP

Angriff in Kawasaki Tote nach Messerattacke auf Schulkinder

Stand: 28.05.2019 09:15 Uhr

Die Tat löst in Japan Entsetzen aus: Ein Mann hat mit einem Messer an einer Bushaltestelle auf Schulkinder und Passanten eingestochen und tötete sich anschließend selbst. Der Hintergrund ist unklar.

Bei einer Messerattacke auf Schulkinder hat ein Mann in Japan mindestens zwei Menschen getötet. Nach Angaben von ARD-Korrespondent Martin Fritz kamen infolge des Angriffs ein elfjähriges Mädchen und ein 39-jähriger Vater ums Leben. Weitere 14 Grundschülerinnen und zwei andere Erwachsene hätten teils schwere Verletzungen erlitten.

Der mutmaßliche Täter tötete sich laut Augenzeugen anschließend selbst. Als die Polizei eintraf, lag er bewusstlos auf dem Boden. Später wurde sein Tod gemeldet. Das Motiv ist bisher unbekannt.

Der Mann hatte am Morgen an einer Bushaltestelle der Tokioter Nachbarstadt Kawasaki plötzlich mit zwei Messern auf die Kinder eingestochen, die auf ihren Schulbus warteten. Augenzeugenberichten zufolge soll der Mann dabei geschrien haben: "Ich werde euch töten."

Japanische Polizisten mit Mundschutz schirmen die Straße ab, auf der ein Mann in Kawasaki eine Gruppe von Menschen mit einem Messer angegriffen hat. | Bildquelle: KIMIMASA MAYAMA/EPA-EFE/REX
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Messerattacke auf Schülerinnen: Der Täter tötete sich anschließend selbst.

Eines der sichersten Länder der Welt

Die Schulkinder besuchen die Caritas-Grundschule, eine private katholische Schule in Kawasaki, die von kanadischen Nonnen betrieben wird.

Ministerpräsident Shinzo Abe wies das Erziehungsministerium an, dafür zu sorgen, dass Kinder in Japan in Sicherheit zur Schule gehen. US-Präsident Donald Trump, der an diesem Tag seinen Staatsbesuch in Japan beendete, drückte den Opfern der Attacke sein Beileid aus.

Zahl der Messerangriffe hat zugenommen

Die Tat schockiert Japan. Zumal die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt den Ruf genießt, eines der sichersten Länder der Welt zu sein.

In den vergangenen Jahren haben die Übergriffe mit Messern zugenommen. Das Messer ist in Japan die bevorzugte Tatwaffe bei Tötungen, da der Besitz von Schusswaffen streng reguliert ist.

Bei dem bislang blutigsten Amoklauf in Japan seit Jahrzehnten hatte ein junger Mann vor drei Jahren in einem Behindertenheim 19 wehrlose Menschen erstochen. Im Sommer 2001 tötete ein Amokläufer in Osaka acht Mädchen in einer Grundschule.

Mit Informationen von Martin Fritz, ARD-Studio Tokio

Tote nach Messerattacke auf Schulkinder
Martin Fritz, ARD Tokio
28.05.2019 09:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Mai 2019 um 06:30 Uhr.

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