Kavanaugh und Trump | Bildquelle: SHAWN THEW/EPA-EFE/REX/Shutterst

Neuer Oberster Richter Trump entschuldigt sich bei Kavanaugh

Stand: 09.10.2018 07:23 Uhr

Der Streit um Kavanaugh hat die USA gespalten, wegen der Missbrauchsvorwürfe stand seine Ernennung zum Obersten Richter auf der Kippe. Trump entschuldigte sich nun bei Kavanaugh im "Namen der Nation" für das erlittene "Leid".

US-Präsident Donald Trump hat sich nach dem turbulenten Bestätigungsprozess beim neuen Obersten Richter Brett Kavanaugh entschuldigt. "Im Namen unserer Nation möchte ich mich bei Brett und der gesamten Kavanaugh-Familie für den furchtbaren Schmerz und das furchtbare Leid entschuldigen, das sie durchstehen mussten", sagte Trump bei der Vereidigungszeremonie im Weißen Haus.

Trumps Triumph

Kavanaugh wurde bereits am Samstag offiziell vereidigt. Trump hielt nun aber im Weißen Haus eine erneute Zeremonie für den neuen Obersten Richter ab, dessen Bestätigung ein innenpolitischer Triumph für den Präsidenten ist.

Feierliche Vereidigung Kavanaughs im Weißen Haus
tagesschau 09:00 Uhr, 09.10.2018

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Der erzkonservative Richter sagte, der Bestätigungsprozess im US-Senat sei "kontrovers und emotional" gewesen. "Dieser Prozess ist beendet." Er nehme das Amt mit "Dankbarkeit und ohne Verbitterung" an. Kavanaugh versprach, als Richter am Supreme Court ein "Mannschaftsspieler" zu sein. Er verstehe die Runde der Richter als Team, nicht als zwei Gruppen gegensätzlicher Kräfte.

Kavanaugh war am Samstag trotz Missbrauchsvorwürfen mit knapper Mehrheit im US-Senat bestätigt worden. Gegen die Nominierung des erzkonservativen Juristen hatte es von Anfang an große Vorbehalte gegeben - vor allem aus den Reihen der oppositionellen Demokraten. Kurz vor der ursprünglich geplanten Bestätigung der Personalie durch den Senat waren die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn an die Öffentlichkeit gelangt, die den Prozess verzögerten.

Mehrere Frauen werfen Kavanaugh sexuelle Übergriffe während dessen Schul- und Studienzeit vor. Er wies das von Beginn an vehement zurück. Dennoch stand seine Ernennung angesichts der schweren Anschuldigungen zwischenzeitlich auf der Kippe.

Auffallend zahm

Kavanaugh gab sich nun auffallend zahm und war um versöhnliche Worte bemüht. Er verzichtete betont darauf, seinen früheren Vorwurf zu wiederholen, es handele sich bei den Anschuldigungen um eine schändliche Kampagne des linken Lagers. Allerdings bedachte der Richter bei seinem Auftritt im Weißen Haus zugleich ausführlich jene Republikaner mit Dank und warmen Worten, die ihn während des Nominierungsprozesses unterstützt hatten: darunter Trump und der republikanischer Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell.

Demo gegen Kavanaugh-Wahl | Bildquelle: AFP
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Demonstration gegen die Wahl von Brett Kavanaugh zum neuen Richter am Supreme Court.

Trump wiederum pries seinen Kandidaten erneut in höchsten Tönen und sagte, im zurückliegenden Prozess habe sich klar erwiesen, dass Kavanaugh unschuldig sei. Tatsächlich ließen sich die Missbrauchsvorwürfe in keine Richtung eindeutig aufklären. Am Ende stand weiter Aussage gegen Aussage. Das Land ist bei der Personalie tief gespalten: Nicht nur Demokraten, sondern auch viele gesellschaftliche Gruppen, Juristen und Bürger hatten lautstark gegen die Ernennung Kavanaughs protestiert.

 

Kavanaughs Vereidigungszeremonie: Trump entschuldigt sich
Torsten Teichmann, ARD Washington
09.10.2018 08:03 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 09. Oktober 2018 die tagesschau um 09:00 Uhr und B5 aktuell um 08:06 Uhr, 09:06 Uhr sowie um 10:06 Uhr.

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