Osman Kavala (Archivbild vom 11.12.2014) | Bildquelle: dpa

Prozess in der Türkei Kavala muss im Gefängnis bleiben

Stand: 25.06.2019 19:46 Uhr

Die Haft wird verlängert: Im Prozess gegen den türkischen Intellektuellen Kavala hat das Gericht den Antrag auf Entlassung abgelehnt. Das Verfahren wegen der Gezi-Park-Proteste soll Mitte Juli weitergehen.

Der türkische Kulturmäzen und Bürgerrechtler Osman Kavala muss trotz internationaler Kritik im Gefängnis bleiben. Das Gericht am Hochsicherheitsgefängnis Silivri westlich von Istanbul, vor dem zurzeit gegen Kavala verhandelt wird, lehnte einen Antrag auf Entlassung ab.

Kavala befindet sich seit mehr als anderthalb Jahren in Untersuchungshaft. Der ebenfalls angeklagte Aktivist Yigit Aksakoglu kommt nach rund sieben Monaten aus der U-Haft frei, darf das Land aber nicht verlassen. Er muss sich regelmäßig bei der Polizei melden.

Prozess international umstritten

Der Prozess gegen Kavala, Aksakoglu und 14 weitere Personen wurde auf den 18. Juli vertagt. Das Verfahren hatte am Montag begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten einen "Versuch zum Sturz der Regierung" vor. Nach der Freilassung von Aksakoglu ist Kavala der einzige Angeklagte in Haft.

Die Aktivisten der türkischen Zivilgesellschaft sollen laut Anklage die regierungskritischen Gezi-Proteste im Sommer 2013 organisiert haben. Kavala wird auch beschuldigt, die Proteste mit ausländischer Hilfe finanziert zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert für alle Angeklagten lebenslange Haft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Juni 2019 um 23:17 Uhr.

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