Mann mit Mundschutz in Doha | Bildquelle: AFP

Corona in Katar Maske - oder Haft

Stand: 17.05.2020 16:34 Uhr

Um das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit durchzusetzen, belegt das Emirat Katar Verstöße mit drakonischen Strafen. Bei einer Zuwiderhandlung drohen bis zu drei Jahre Haft und hohe Geldbußen.

In Katar ist seit heute das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in der Öffentlichkeit Pflicht. Die Vorschrift gilt laut Innenministerium für alle, die das Haus verlassen. Ausgenommen seien Personen, die allein in einem Fahrzeug unterwegs seien.

Die Regelung ist mit strengen Strafen verbunden. Bei Verstößen drohen Haftstrafen von bis zu drei Jahren und Geldbußen bis zu 55.000 Dollar (51.000 Euro). Nach Agenturberichten sind dies die drakonischsten Sanktionen weltweit. Zwar haben auch andere Länder Haftstrafen eingeführt - allerdings weniger drastische als Katar. Im Tschad drohen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht bis zu 15 Tage Haft, in Marokko bis zu drei Monate.

Arbeiter mit Mundschutz in Doha (Katar) | Bildquelle: AFP
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Für Arbeiter ist das Tragen eines Mundschutzes in der Hitze besonders anstrengend.

Überdurchschnittlich stark betroffen

Nach offiziellen Angaben sind mehr als 30.000 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden - dies entspricht etwas mehr als ein Prozent der Bevölkerung. Neben Saudi-Arabien zählt Katar damit zu den am stärksten betroffenen Ländern in der arabischen Welt. 14 Menschen seien an den Folgen der Krankheit bislang verstorben, teilte das Gesundheitsministerium mit

Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurden in dem Emirat Moscheen, Schulen, Einkaufszentren und Restaurants geschlossen. Der Betrieb auf den WM-Baustellen geht hingegen weiter, da Katar 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten will. Der Staat lässt sieben neue Stadien für die WM bauen. Auf drei Baustellen wurden nach Behördenangaben Infektionsfälle festgestellt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Mai 2020 um 14:00 Uhr.

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