Pedro Sanchez | Bildquelle: AFP

Krawalle in Katalonien Spanien will "Gewalt beenden"

Stand: 16.10.2019 18:29 Uhr

Nach den Krawallen bei den Protesten in Katalonien ist die spanische Regierung bereit, die Gewalt mit allen Mitteln zu beenden. In fünf Städten gab es neue Proteste gegen die Verurteilung der Separatistenführer.

Die spanische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Krawalle bei den Protesten in Katalonien in den letzten Tagen scharf verurteilt: "Es ist offensichtlich, dass wir es nicht mit einer friedlichen Bürgerbewegung zu tun haben, sondern mit einer Bewegung, die von Gruppen koordiniert wird, die Gewalt auf der Straße einsetzen, um das Zusammenleben in Katalonien zu stören".

Die Regierung sei bereit,zu allen notwendigen Mitteln zu greifen, um die Gewalt zu beenden, heißt es in einer Erklärung: "Alles ist vorbereitet und (die Regierung) wird wenn nötig handeln, mit Entschlossenheit, Angemessenheit und Einheit". Kein Szenario werde ausgeschlossen, so Sánchez.

Ob Sánchez erwägt, den Artikel 155 zu ziehen, blieb unklar. Am Abend will er sich mit weiteren Oppositionspolitikern treffen. Artikel 155 erlaubt eine Zwangsverwaltung der Region.

Neue Proteste in fünf Städten

Die katalanische Unabhängigkeitsbewegung hatte zuvor erneut gegen die Gerichtsurteile für neun katalanische Separatistenführer protestiert. Sie waren durch den spanischen Obersten Gerichtshof zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. In fünf Städten der Region im Nordosten Spaniens beteiligten sich Tausende Menschen an den "Märschen für die Freiheit", die am Freitag in Barcelona eintreffen sollen.

Demonstranten in Katalonien | Bildquelle: dpa
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Fünf Karawanen sind aus fünf katalanischen Städten aufgebrochen und werden sich am Freitag in Barcelona treffen.

Nach Angaben der spanischen Regierung wurde der Verkehr auf einer Schnellzugstrecke zwischen Barcelona und Girona nahe der französischen Grenze wegen "Sabotage" gestoppt worden. In Barcelona behinderten die Proteste den Verkehr.

Mehr als 200 Verletzte in zwei Tagen

In den vergangenen Tagen war es in Barcelona und anderen Orten zu gewalttätigen Aktionen und schweren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Allein in der Nacht zum Mittwoch seien 51 Menschen festgenommen und mindestens 125 verletzt worden, berichtete das spanische Fernsehen.Teils vermummte Demonstranten setzten unter anderem Barrikaden und Kartons in Brand und warfen Böller und Flaschen auf die Sicherheitskräfte.

Polizeieinsatz bei Protesten in Madrid | Bildquelle: dpa
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Polizeieinsatz bei den Protesten in Madrid.

Proteste in Barcelona | Bildquelle: dpa
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Brennende Barrikaden, vermummte Aktivisten - Proteste in Barcelona

Zusammenstöße gab es am Dienstagabend in Barcelona, als sich nach Polizeiangaben 40.00 Demonstranten in den Straßen vor dem Büro des spanischen Regierungsvertreters versammelten. Innerhalb von zwei Tagen wurden mehr als 200 Menschen verletzt.

Separatistenführer gegen Gewalt

Die verurteilten Separatistenführer distanzierten sich in sozialen Netzwerken von der Gewalt. Der ehemalige Vize-Regionalchef Oriol Junqueras, der 13 Jahre Haft bekam, schrieb auf Twitter: "All unsere Unterstützung für die Mobilisierungen und die friedlichen Märsche. Gewalt repräsentiert uns nicht."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Oktober 2019 um 17:00 Uhr.

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