Polizisten und Demonstranten geraten bei Protesten am Flughafen in Barcelona aneinander. | Bildquelle: AP

Proteste von Separatisten 75 Verletzte am Flughafen Barcelona

Stand: 15.10.2019 08:49 Uhr

In Barcelona sind die Proteste gegen die Verurteilung katalanischer Separatistenführer am Abend eskaliert. Am Flughafen gab es 75 Verletzte. Demonstranten hatten Tickets gekauft, um im Sicherheitsbereich den Betrieb lahmzulegen.

Bei den Protesten am Flughafen von Barcelona nach der Verurteilung von Katalanen-Anführern sind 75 Menschen verletzt worden. Das gaben die Rettungsdienste des Flughafens am Abend bekannt. Sie machten keine Angaben zur Schwere der Verletzungen.

Demonstranten hatten sich am Flughafen heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Sie bewarfen die Sicherheitskräfte mit Steinen und Mülleimern, die Polizei setzte Schlagstöcke ein. Nach Angaben des Flughafenbetreibers Aena wurden 110 Flüge gestrichen.

Die Organisatoren der Proteste hatten massenhaft Billig-Flugtickets für die Demonstranten gekauft. Nicht mit dem Ziel tatsächlich zu fliegen - sondern um mit den Ticket den Sicherheitsbereich zu betreten. Dort versperrten die mehreren tausend Unabhängigkeitsbefürworter die Gänge und legten den Flugbetrieb teilweise lahm. Tausende Protestierende blockierten zudem vorübergehend die Zugangswege zum Flughafen. Sie versammelten sich auf Straßen und in U-Bahnhöfen, sodass für Reisende kaum noch ein Durchkommen möglich war.

75 Verletzte bei Protesten in Barcelona
tagesschau 09:00 Uhr, 15.10.2019

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Lange Haftstrafen für Separatistenführer

In der Innenstadt versammelten sich am Abend Tausende Katalanen, um für eine Unabhängigkeit Kataloniens zu demonstrieren. Vor dem Sitz der Regionalregierung forderten sie zudem die Freiheit für mehrere Separatistenführer. Auch hier kam es vereinzelt zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten.

Das Oberste Gericht in Madrid hatte gestern neun Separatistenführer wegen Aufruhrs zu langjährigen Haftstrafen zwischen neun und 13 Jahren verurteilt. Es ging dabei um die Rolle der Angeklagten bei dem von der Justiz verbotenen Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 und einem daraus resultierenden Unabhängigkeitsbeschluss der Regionalregierung. Hauptangeklagter war der frühere stellvertretende Regionalpräsident Oriol Junqueras. Der Großteil der Angeklagten sitzt bereits seit zwei Jahren in Untersuchungshaft.

Das Verfahren hatte die Gemüter im ganzen Land erhitzt und galt als eines der wichtigsten seit dem Übergang zur Demokratie nach dem Ende der Franco-Diktatur in den 1970er-Jahren.

Haftbefehl gegen Puigdemont

Der damalige Regionalpräsident Carles Puigdemont stand nicht vor Gericht: Er war im Herbst 2017 zusammen mit anderen Politikern vor einer Festnahme ins Exil nach Belgien geflohen. Gegen ihn erließ das Oberste Gericht erneut einen europäischen Haftbefehl. Im Juli 2018 hatte das spanische Gericht einen internationalen Haftbefehl gegen ihn zurückgezogen, nachdem Deutschland abgelehnt hatte, Puigdemont auszuliefern. Puigdemont kritisierte das Urteil als "Barbarei".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Oktober 2019 um 10:00 Uhr.

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