Katalanische Massendemo in Madrid | Bildquelle: REUTERS

Massendemo gegen Prozess Zehntausende Katalanen in Madrid

Stand: 16.03.2019 21:27 Uhr

Das gab es noch nie: Nicht in Barcelona, Tarragona oder Girona demonstrierten Zehntausende Katalanen - sondern mitten in Spaniens Hauptstadt Madrid. Anlass war der Prozess gegen Separatistenführer.

Erstmals haben Zehntausende Anhänger einer katalanischen Unabhängigkeit in Madrid gegen das Gerichtsverfahren gegen zwölf Separatistenführer demonstriert. In der spanischen Hauptstadt müssen sich die Angeklagten - frühere Spitzenpolitiker und Aktivisten der Konfliktregion - seit Mitte Februar vor dem Obersten Gericht verantworten. Ihnen werden unter anderem Rebellion und Aufruhr vorgeworfen.

Die Kundgebung stand unter dem Motto "Selbstbestimmung ist kein Verbrechen". Immer wieder skandierten die Menschen die Worte "Freiheit für die politischen Gefangenen!". Der zentrale Boulevard Paseo del Prado war ganz in die gelb-rot-blauen Farben der "Estelada" getaucht, der Flagge der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung - ein ungewohntes Bild in Madrid. Viele hielten riesige gelbe Schleifen in die Höhe, das Symbol für die Solidarität mit den Inhaftierten.

Zehntausende Katalanen demonstrieren in Madrid
tagesthemen 23:30 Uhr, 16.03.2019

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Hunderte Busse aus Katalonien in die Hauptstadt

Zu der Großdemo hatten die Katalanische Nationalversammlung (ANC) und rund 50 weitere Verbände und Parteien aufgerufen. Um die Teilnehmer in die Hauptstadt zu bringen, wurden einem Bericht der Zeitung "El País" zufolge 500 Busse gechartert, auch 15 Sonderzüge waren im Einsatz. Angeführt wurde die Demonstration vom katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra und zahlreichen Bürgermeistern der Region. "Spanien, höre diesen Schrei nach Freiheit, diesen Schrei nach Unabhängigkeit!", sagte Torra.

Das Verhältnis zwischen der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez und der Region im Nordosten Spaniens ist weiter angespannt. Den zwölf Angeklagten drohen im Zuge des illegal organisierten Unabhängigkeitsreferendums vom Oktober 2017 langjährige Haftstrafen. Der umstrittene Prozess wird seit Wochen live im spanischen Fernsehen übertragen, um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten.

Ex-Regionalchef Carles Puigdemont, der vor der Justiz ins belgische Exil geflohen war, ist von dem Verfahren nicht betroffen. Er twitterte am Abend, der Erfolg der Demonstration berühre ihn tief: "Mit Esteladas, auf den Straßen und in fröhlicher Atmosphäre. Danke."

Zehntausende Katalanen demonstrieren in Madrid
Marc Dugge, ARD Madrid
16.03.2019 22:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 16. März 2019 um 20:00 Uhr.

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