Ein Polizist steht neben einem gepanzerten Fahrzeug im indischen Teil von Kaschmir.  | Bildquelle: dpa

Kaschmir-Konflikt Indien lockert einige Beschränkungen

Stand: 17.08.2019 15:58 Uhr

Im von Indien kontrollierten Teil von Kaschmir entspannt sich die Lage etwas. Die Regierung in Neu Delhi hob die Blockade von Telefon und Internet teilweise auf. Für die Menschen bleibt die Lage schwierig.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi

Fast zwei Wochen nach Verhängung eines Quasi-Ausnahmezustands in der von Indien kontrollierten Region Kaschmirs sind die ersten Telefon- und Internetverbindungen offenbar wieder freigegeben worden.

Nach Angaben der indischen Behörden sind 17 von 100 Telefonvermittlungsstellen wieder in Betrieb. Auch der Zugang zum mobilen Internet sei in einigen Gebieten von Jammu, dem südlichen Teil der Provinz, wieder möglich. In Srinagar sind Telefon und Internet aber noch immer abgeschaltet.

Versorgungsengpässe durch Blockade

Nachdem es nach den Freitagsgebeten Proteste gegeben hatte, waren die Straßen in Srinagar wenige Stunden danach fast menschenleer. Dies war auf Bildern zu sehen, die von lokalen Mitarbeitern der Nachrichtenagenturen veröffentlicht wurden.

Menschenleere Straße während der Ausgangssperre in Srinagar | Bildquelle: AP
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Die Straße war menschenleer während der Ausgangssperre in Srinagar.

Die einheimische Bevölkerung klagte über Versorgungsengpässe, wie eine junge Frau namens Saima in Srinagar:

"Das größte Problem ist, zum Arzt zu gehen, wenn man einen braucht. Da liegen kranke Leute zu Hause und sie müssten dringend zum Arzt. Man kann auch keine Arzneimittel kaufen. Wir haben keine Gas-Flaschen mehr zu Hause, um zu kochen. Es gibt nichts mehr."

Mehrere Schusswechsel

Indien hatte am 5. August der Region Kaschmir den Sonderstatus entzogen, mit dem weitgehende Autonomierechte verbunden waren. Zudem hatte die Regierung eine Ausgangssperre verhängt. Zuvor waren Zehntausende zusätzliche Soldaten im Kaschmirtal stationiert worden, um Proteste zu verhindern.

An der "Line of Control", die den von Pakistan und den von Indien beanspruchten Teil von Kaschmir trennt, ist es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Schusswechseln gekommen. Es soll auf beiden Seiten Tote und Verletzte gegeben haben.

Kritische Aussage des indischen Verteidigungsministers

Der indische Verteidigungsminister Rajnath Singh hatte die ohnehin angespannte Situation zwischen den beiden verfeindeten Nachbarsstaaten weiter angeheizt. Bei einer Zeremonie auf einem ehemaligen Atomwaffentestgelände in Rajasthan deutete er an, dass Indien seine Selbstverpflichtung aufgeben könnte, auf den Ersteinsatz von Atomwaffen zu verzichten:

"Unsere Position beim Thema Atomwaffen lautete immer, kein Ersteinsatz. Aber wie das in der Zukunft aussieht, hängt von den Umständen ab."

Die historische Entwicklung des Kaschmir-Konflikts
tagesthemen 22:25 Uhr, 15.08.2019, Ute Konrad, NDR

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Fragiles Kräfteverhältnis in der Region

Zweimal haben Indien und Pakistan bereits Krieg um Kaschmir geführt, 1947 bis 1949 und 1965. Nach dem ersten Kaschmir-Krieg war die Region von den Vereinten Nationen zwischen beiden Staaten aufgeteilt und die "Line of Control" festgelegt worden.

Neben Indien und Pakistan beansprucht auch China einen Teil von Kaschmir, die nordöstliche Region Aksai Chin. Auch die Regierung in Peking reagierte deshalb beunruhigt über das indische Vorgehen. Dadurch werde das fragile Kräfteverhältnis in der Region aus dem Gleichgewicht gebracht, hieß es aus Peking.

Indien - Lage in Kaschmir
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
17.08.2019 15:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. August 2019 um 16:38 Uhr.

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