Muslime demonstrieren in der Stadt Srinagar. Sie halten Plakate in die Höhe, die sich für den autonomen Status Kaschmirs einsetzen. | Bildquelle: dpa

Demonstrationen gegen Indien Ausschreitungen in Kaschmir

Stand: 16.08.2019 20:40 Uhr

Tausende Menschen sind im indischen Teil Kaschmirs gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Die kündigte zwar Zugeständnisse an, doch gleichzeitig droht sie Pakistan. Zur Debatte steht der Verzicht auf Atomwaffen.

Im indischen Teil Kaschmirs sind tausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die Regierung in Neu Delhi zu protestieren. In der Stadt Srinagar versammelten sich Demonstranten nach dem Freitagsgebet. Sie schwenkten grüne Fahnen als Zeichen des Islam. "Stopp den Völkermord in Kaschmir, Welt, wach' auf", riefen sie. Manche warfen mit Steinen und benutzen Latten und Wellblech als improvisierte Schilde. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete, setzten die Beamten Tränengas sowie kleinkörnige Munition ein. Berichte über mögliche Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Indien will Auflagen lockern

Auch aus anderen Städten im Kaschmirtal wurden Zusammenstöße gemeldet. Regierungstruppen blockierten Straßen, die meisten Moscheen blieben geschlossen. Stunden zuvor hatte ein hochrangiger indischer Regierungsvertreter in Kaschmir bestätigt, dass die Sicherheitsauflagen für Anwohner bald gelockert würden. Ab Freitagabend sollte nach und nach wieder das Telefonfestnetz hergestellt werden. Schulen sollten am Montag wieder öffnen.

Die historische Entwicklung des Kaschmir-Konflikts
tagesthemen 22:25 Uhr, 15.08.2019, Ute Konrad, NDR

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Neu Delhi hatte unlängst den in der indischen Verfassung festgelegten Sonderstatus mit Autonomierechten für den Bundesstaat Jammu und Kaschmir, den indischen Teil Kaschmirs, gestrichen und eine Ausgangssperre in der Region verhängt. Der Bundesstaat soll zudem aufgeteilt und der unmittelbaren Kontrolle Neu Delhis unterstellt werden.

Der wieder aufgeflammte Kaschmir-Konflikt reicht bis zur Unabhängigkeit des ehemaligen Britisch-Indien und der damit einhergehenden Abspaltung Pakistans im August 1947 zurück. Zweimal, 1947 und 1965, führten Indien und Pakistan Kriege um die mehrheitlich muslimische Region.

Telefonat zwischen Trump und Pakistans Regierungschef

Pakistans Regierungschef Imran Khan telefonierte unterdessen mit US-Präsident Donald Trump über die Situation in der Region.  Es habe eine "gute Diskussion" stattgefunden und beide hätten entschieden, "in ständigem Kontakt zu bleiben", sagte Pakistans Außenminister Shah Mehmood Qureshi in Islamabad. Trump hatte Ende Juli bei einem Treffen mit Khan gesagt, Indiens Regierungschef Narendra Modi habe ihn gebeten, im Kaschmir-Konflikt zu vermitteln. Indien wies die Angaben entrüstet zurück.

Indiens Verteidigungsminister Rajnath Singh deutete unterdessen an, dass Neu Delhi seine Selbstverpflichtung für einen Verzicht auf den Ersteinsatz von Atomwaffen aufgeben könnte. "Indien hat sich streng an diese Doktrin gehalten. Was in der Zukunft passiert, kommt auf die Umstände an", schrieb Singh im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Vorwürfe aus China

In New York beriet der UN-Sicherheitsrat das erste Mal seit fast 50 Jahren in einer Sondersitzung über den Konflikt. "Was betont werden sollte ist, dass Indiens Handlungen auch Chinas Souveränität in Frage gestellt und ein bilaterales Abkommen verletzt haben", sagte der chinesische UN-Botschafter Zhang Jun.

Solche einseitige Handlungen von Seiten Indiens seien nicht zulässig, sagte er. Der Frieden und die Stabilität in der Grenzregion seien gefährdet, China sei "ernsthaft besorgt" über die Entwicklung. Pakistan und Indien sollten gemeinsam eine friedliche Einigung für ihre Spannungen finden und.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. August 2019 um 21:00 Uhr.

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