Waldbrand in Kanada

Waldbrände in Kanada Feuer breiten sich langsamer aus

Stand: 09.05.2016 04:44 Uhr

Noch kein Aufatmen, aber etwas Erleichterung in Kanada: Die Feuer breiten sich nicht so stark aus wie befürchtet. Das teilte die Regierungschefin der Provinz Alberta mit. Hoffnung besteht auch darauf, dass ein Wetterwechsel den Feuerwehrleuten bei der Brandbekämpfung hilft.

Im Kampf gegen die Feuerfront im Westen Kanadas gibt es einen Hoffnungsschimmer: Das Flammenmeer habe sich am Sonntag nicht so rasend ausgebreitet wie befürchtet, sagte die Regierungschefin der Provinz Alberta, Rachel Notley, nach Angaben des Fernsehsenders CTV.

CTV berichtete, Schätzungen zufolge habe der Brand bis zum Nachmittag eine Fläche von 1610 Quadratkilometern erfasst, das ist etwa doppelt so groß wie Hamburg. Es seien zwar 100 Quadratkilometer mehr als am Samstag betroffen, aber 400 weniger als ursprünglich von der Feuerwehr erwartet. Demnach war das Feuer am Sonntagnachmittag auch noch 20 bis 40 Kilometer von der Grenze zur benachbarten Provinz Saskatchewan entfernt.

Wetterwechsel könnte helfen

Nach dem tagelangen Kampf der mehr als 1000 Feuerwehrleute gegen die Flammen kommt ihnen nun das Wetter zu Hilfe. Die Temperaturen kühlten sich ab, und es gab leichte Regenfälle.

"Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir das Feuer besser als erwartet eindämmen konnten", sagte der Vertreter der Brandschutzbehörde, Chad Morrison. Dennoch wird damit gerechnet, dass sich die Feuer über Nacht weiter ausbreiten.

Meteorologen sagten eine hohe Wahrscheinlichkeit für Regen und Abkühlung voraus. Allerdings wurde befürchtet, dass dem kühleren Wetter heftiger Wind vorausgehen könnte, der die Flammen noch einmal vorantreiben könnte.

In der Provinz Alberta waren am Sonntag mehr als 100.000 Menschen vor den Flammen auf der Flucht, darunter die gesamte Bevölkerung der Stadt Fort McMurry, die zu einem großen Teil zerstört wurde. Die Brände treffen das Herz der kanadischen Ölindustrie: Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters ruht dort die Hälfte der heimischen Schieferölförderung.

Inzwischen wurden auch die letzten der rund 25.000 Menschen in Sicherheit gebracht, die aus Fort McMurray nach Norden geflohen waren. Dort hatte ihnen das Feuer den Rückweg abgeschnitten. Die Menschen wurden in Autokonvois und per Luft in den Süden transportiert.

Experten gehen davon aus, dass es noch Wochen dauern wird, bis die Feuer ganz eingedämmt sind. Ein Ende sei noch nicht in Sicht, sagte der Minister für öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale.

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