Ein Mann steht am Rande eines überfluteten Gebietes in Gatineau, Kanada. | Bildquelle: REUTERS

Ausnahmezustand verhängt Kanada kämpft gegen die Fluten

Stand: 26.04.2019 21:30 Uhr

Tausende Häuser wurden überflutet, zahlreiche Menschen in Sicherheit gebracht: Nach starkem Regen schieben sich gewaltige Wassermassen durch Kanada - und bedrohen auch die Hauptstadt Ottawa.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Rund 400 Soldaten sollen helfen, die kanadische Hauptstadt Ottawa vor den Wassermassen zu schützen. Sandsäcke müssen gefüllt und Flutbarrieren errichtet werden. Die Behörden befürchten, dass die Wasserstände des Ottawa Flusses die der Flut vor zwei Jahren noch übertreffen könnten.

Bis Samstagmorgen Ortszeit, warnt die Umweltbehörde, könnten 35 Millimeter weiterer Regen fallen. Doug Ford, der Premier der Provinz Ontario, in der Ottawa liegt, macht auch den Klimawandel als Ursache verantwortlich. Nach seinen Begegnungen mit Flutopfern sagte er, das Schicksal Einzelner zerreiße einem geradezu das Herz.

Ausnahmezustand und Evakuierungen

Seit Donnerstag gilt für Ottawa der Ausnahmezustand, um Hilfsmaßnahmen besser zu organisieren. Jenseits des Flusses liegt Gatineau in der Provinz Quebec. Bürgermeister Maxime Pedneaud-Jobin fürchtet, die Höchststände könnten noch Wochen andauern, da das Schmelzwasser aus dem Norden den kanadischen Süden noch gar nicht richtig erreicht habe.

In der Provinz Quebec stehen insgesamt mehr als 3000 Häuser unter Wasser. Mehr als 2300 seien eingeschlossen. Dort macht zudem ein Damm Sorgen. Die Wassermassen, die über den mehr als 100 Jahre alten "Bell Falls Dam" tosen, haben bereits zu Zwangsevakuierungen geführt. Das aber sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, so die Behörden. Die Bausubstanz sei solide - trotz einer Jahrtausend-Flut.

Notstand in Kanadas Hauptstadt - Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen
Kai Clement, ARD New York
26.04.2019 20:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. April 2019 um 05:00 Uhr.

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