Mitarbeiter bei der Inspektion von Chinook Lachs an einer Funketikettierungsstelle, British Columbia | Bildquelle: flickr.com/photos/bcgovphotos/

Nach Erdrutsch Kanada will Lachse zum Laichen fliegen

Stand: 22.07.2019 11:03 Uhr

Seit Wochen kommen Millionen Lachse in West-Kanada nicht in ihre Laichgründe. Nach einem Erdrutsch ist ihnen der Weg versperrt. Die Provinzregierung will den Fischen helfen - und bereitet einen Helikoptereinsatz vor.

Im Westen Kanadas hängen Millionen Lachse auf dem Weg zu ihren Laichgründen fest: Ein Erdrutsch hatte vor einem Monat im Fluss Fraser einen fünf Meter hohen Wasserfall entstehen lassen, den die flussaufwärts schwimmenden Fische nicht überwinden können, wie kanadische Medien berichteten.

Die Regierung der Provinz British Columbia plant nun, auch Hubschrauber einzusetzen, um die Fische in der entlegenen Gegend nordwestlich der Ortschaft Kamloops aufzunehmen und weiter oben im Fluss wieder auszusetzen. Dies sei eine der Optionen, um den Fischen schneller zu helfen, diese Barriere zu überwinden, teilte die Provinz dem Bericht zufolge mit.

Demnach wird auch daran gearbeitet, den abgerutschten Felsen sowie Trümmer zu beseitigen. Unter anderem werde versucht, mit großen Felsbrocken eine Art Fischtreppe zu schaffen und so die Passage zu erleichtern.

Mitarbeiter bei der Fischkennzeichnung, British Columbia | Bildquelle: flickr.com/photos/bcgovphotos/
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Die eingefangenen Tiere werden markiert. So wollen die Wissenschaftler den Weg der Lachse verfolgen.

Mitarbeiter heben mithilfe eines Krans einen Teich aus, British Columbia | Bildquelle: flickr.com/photos/bcgovphotos/
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In einem kanalartigen Teich sollen die Tiere gesammelt werden, bevor ein Hubschrauber sie flussaufwärts transportiert.

Wichtige Nahrungsquelle für Orcas

Für einen Transport der Fische per Helikopter wird derzeit ein Teich angelegt, in den sie mithilfe von Dämmen geleitet werden sollen, wie der TV-Sender CBC News berichtete. Anschließend sollen sie markiert, mit Netzen in sauerstoffhaltige Aluminiumbehälter gesetzt und dann in Hubschrauber verfrachtet werden.

Bereits vergangene Woche hatten sowohl die Provinzregierung als auch Kanadas Regierung in einer gemeinsamen Mitteilung betont, alles zu unternehmen, um Millionen von Lachsen zu ermöglichen, ihre Laichgründe zu erreichen.

Bei der Rettungsaktion geht es nicht nur darum, den Nachschub für die Fischereiindustrie sicherzustellen. Zwei der betroffenen Arten, der Königslachs, eine der Hauptnahrungsquellen für die lokale Orca-Produktion, und der Rotlachs, sind in ihrer Population bedroht. Nach Angaben der Behörden kühlt sich immerhin das Wasser im Fluss derzeit ab. Das kommt den Fischen zugute.

Über dieses Thema berichtete MDR-Aktuell am 22. Juli 2019 um 15:22 Uhr.

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