Kanadas Premier Trudeau und der kanadische Botschafter in China, McCallum | Bildquelle: AP

Streit über Huawei-Managerin Trudeau feuert Botschafter in China

Stand: 27.01.2019 04:22 Uhr

Mit Äußerungen zum Streit zwischen Kanada und China sorgte der kanadische Botschafter McCallum für Irritationen. Das kostet ihn nun sein Amt. Er hatte gefordert, die Huawei-Finanzchefin Meng nicht an die USA auszuliefern.

Der kanadische Botschafter in China hat nach Kritik am Umgang mit der Finanzchefin des Huawei-Konzerns sein Amt verloren. Premierminister Justin Trudeau teilte mit, dass er Botschafter John McCallum am Freitag zum Rücktritt aufgefordert habe und dieser dem nachgekommen sei.

McCallum hatte der Zeitung "Toronto Star" zuvor gesagt, dass es "großartig" wäre, wenn die USA den Auslieferungsantrag für die im Dezember 2018 in Kanada festgenommene Huawei-Managerin Meng Wanzhou fallenlassen würden. Trudeau und Außenministerin Chrystia Freeland haben allerdings klargestellt, dass Kanada ein Auslieferungsabkommen mit den USA habe, an dass es sich halten müsse.

Meng Wanzhou | Bildquelle: MAXIM SHIPENKOV/EPA-EFE/REX/Shut
galerie

Meng Wanzhou wurde Anfang Dezember in Kanada festgenommen.

Auslieferung wäre "nicht glücklich"

Erst zu Wochenbeginn hatte McCallum in seiner Heimat für Irritationen gesorgt, als er eine mögliche Überstellung Mengs an die USA im Gespräch mit chinesischen Medien als "einen nicht glücklichen Ausgang" in dem Fall bezeichnete. Er deutete an, dass das Ganze politisch motiviert sei.

Den USA legte McCallum einen Deal mit der Führung in Peking nahe, bei dem eine Auslieferung Mengs nicht länger angestrebt werden sollte. Zwei in China festgesetzte Kanadier könnten dann freikommen, schlug er vor. Am Donnerstag erklärte McCallum, er habe sich "versprochen", nur um einen Tag später im "Toronto Star" nachzulegen.

Die Vereinigten Staaten beschuldigen Meng, Banken mit Blick auf Geschäfte im Iran in die Irre geführt zu haben. Ihr Arbeitgeber Huawei bestreitet einen Verstoß gegen Iran-Sanktionen. Meng wurde in Vancouver gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt und harrt dem Prozedere rund um die Überstellung. Bis Mittwoch müssten die USA Dokumente für deren Auslieferung einreichen.

Über dieses Thema berichteten Deutschlandfunk Kultur am 29. Januar 2019 um 12:19 Uhr und Deutschlandfunk am 30. Januar 2019 um 05:25 Uhr.

Darstellung: