Die US-Demokratin Kamala Harris ist aus dem Rennen um die Präsidentschaftsnominierung ihrer Partei ausgestiegen. | Bildquelle: REUTERS

US-Vorwahlkampf Demokratin Harris gibt auf

Stand: 04.12.2019 03:56 Uhr

Das große Bewerberfeld um die demokratische Präsidentschaftskandidatur ist etwas kleiner geworden: Die Senatorin Harris hat aufgegeben. Dabei galt sie noch vor einem halben Jahr als durchaus aussichtsreich.

Von Julia Kastein, ARD-Studio Washington

Das Wahlkampfkonto leer und die Umfragewerte unter fünf Prozent: Kamala Harris zog daraus nun die Konsequenz. In einem Brief an ihre übriggebliebenen Unterstützer erklärte die Senatorin aus Kalifornien, ihr fehlten schlicht die finanziellen Mittel, um ihren Präsidentschaftswahlkampf fortzuführen. Und ergänzte in einem Seitenhieb auf Kandidaten wie Ex-Bürgermeister Bloomberg, sie sei schließlich keine Milliardärin.

Harris' Rückzug kommt nicht völlig überraschend: Aus Geldmangel hatte die 55-Jährige ihren Wahlkampf schon in den vergangenen Wochen stark zurückfahren müssen. Außerdem waren die Zustände in ihrem Wahlkampfteam offenbar chaotisch. Eine Mitarbeiterin erklärte öffentlich, sie habe noch nie für einen Kandidaten gearbeitet, der seine Leute so schlecht behandle.

Harris verstand sich als natürliche Erbin von Barack Obama

Dabei hatte Harris noch zu Jahresbeginn als besonders aussichtsreiche Kandidatin gegolten: Die ehemalige Generalstaatsanwältin mit tamilisch-jamaikanischen Wurzeln verstand sich als natürliche Erbin von Barack Obama und versprach, eine breite Koalition an Wählern zu mobilisieren - auch unter Afroamerikanern und anderen Minderheiten.

Politisch ließ sich Harris weder klar ins linke noch ins moderate Parteilager einordnen, änderte bei zentralen Themen wie der Gesundheitspolitik auch zwischendurch ihre Meinung.

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Ihre bisherigen Mitbewerber bedauerten dennoch ihren Rückzug: Sie sei eine solide Kandidatin gewesen, sagte Ex-Vizepräsident Joe Biden, den Harris im Wahlkampf besonders hart angegangen war.

Harris ist bereits die dritte Kandidatin, die in den vergangenen drei Tagen ihren Rückzug erklärte: Vor ihr hatten zuletzt der Gouverneur von Montana, Steve Bullock, und der ehemalige Abgeordnete Joe Sestak aufgegeben. Damit sind jetzt noch 15 Bewerber im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur.

Noch ein demokratischer Hoffnungsträger gibt auf: Kamala Harris raus
Julia Kastein, ARD Washington
04.12.2019 06:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Dezember 2019 um 23:00 Uhr.

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