Bäume brennen an einem Hang bei einem Waldbrand in Vacaville, Kalifornien. | dpa

US-Bundesstaat Kalifornien Mehrere Tote durch Waldbrände

Stand: 22.08.2020 02:12 Uhr

Mindestens fünf Menschen sind bei den Waldbränden in Kalifornien ums Leben gekommen, Tausende Menschen haben ihre Häuser verlassen. Zahllose Feuerwehrleute sind im Einsatz - trotzdem sind erst sieben Prozent der Brände unter Kontrolle.

In Kalifornien kämpft die Feuerwehr weiter gegen die verheerenden Waldbrände, die in weiten Teilen des US-Bundesstaats wüten. Drei riesige Gruppen von Feuern erfassten insgesamt 2020 Quadratkilometer an Wald, Schluchten und ländlichen Gebieten um San Francisco. Knapp 12.000 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen, teilte die kalifornische Feurschutzbehörde mit. Bislang sei es gelungen, lediglich sieben Prozent der Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Seit Mittwoch sind mindestens fünf Menschen durch die Brände ums Leben gekommen. Mehr als 30 Feuerwehrleute und Zivilisten wurden nach Behördenangaben verletzt. Mindestens zwei Menschen werden noch vermisst.

119.000 Menschen mussten Häuser verlassen

Rund 119.000 Menschen seien bereits aus ihren Häusern geflüchtet, teilten die Behörden mit. Viele der Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, hätten allerdings Schwierigkeiten, eine Unterkunft zu finden. Einige wollten demnach aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus nicht in die von den Behörden errichteten Schutzzentren gehen.

Fast 500 Gebäude wurden in den drei betroffenen Bezirken Napa County, Lake County und Sonoma County zerstört, Zehntausende weitere Häuser sind durch das sich schnell ausbreitende Großfeuer bedroht.

Feuer in Kalifornien | AP

Zerstörte Fahrzeuge und Unterkünfte in einem Wohnmobilpark in Napa Valley Bild: AP

San Francisco und Santa Cruz noch nicht betroffen

In einigen Gebieten wurde der Evakuierungsbereich ausgedehnt. Extreme Dürre hatte die Situation verschärft. Die Küstenstadt Santa Cruz mit 65.000 Einwohnern ist bisher nicht betroffen. Bürgermeister Justin Cummings rief Bewohner aber auf, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Die größten Feuer lodern nördlich und südlich von San Francisco. Die Behörden forderten die Bewohner der Küstenmetropole auf, in ihren Wohnungen zu bleiben.

Die kalifornische Feuerwehr wurde bei der Bekämpfung der Flammen von Mannschaften aus Oregon, Idaho und Arizona unterstützt, teilten die Einsatzkräfte mit. Löschfahrzeuge aus Maryland und New Jersey seien auf dem Weg. Die ungewöhnlich große Zahl gleichzeitig lodernder Großbrände hatte die Feuerwehr zuvor an die Grenze der Leistungsfähigkeit gebracht. Manche Feuerwehrleute seien 72 Stunden am Stück im Einsatz gewesen - statt der üblichen 24 Stunden, so die Einsatzleitungen.

Brände durch Blitzeinschläge ausgelöst

Die Brände waren durch eine beispiellose Serie von Blitzeinschlägen ausgelöst worden. Binnen weniger Tage wurden fast 12.000 Blitze gezählt, die mehr als zwei Dutzend große Brände entzündeten, vor allem im Norden des US-Staates mit seinem momentan extrem trockenem Wald- und Buschland.

Gouverneur Gavin Newsom führte die Brände auch auf den Klimawandel zurück. Er besuchte ein Evakuierungszentrum und sagte: "Falls Sie den Klimawandel bestreiten, kommen Sie nach Kalifornien."

Kalifornien, das oft unter Trockenheit leidet, wird jedes Jahr von Waldbränden heimgesucht. Gewöhnlich treten die schwersten Brände erst am Ende des Sommers auf. Besonders schlimm traf es im November 2018 den Ort Paradise in Nordkalifornien, wo heftige Winde das sogenannte "Camp"-Fire schnell ausbreiteten. 85 Menschen starben, Zehntausende wurden obdachlos.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. August 2020 um 09:00 Uhr.