Flammen wüten auf einem Weingut in der kalifornischen Region Sonoma County. | Bildquelle: AFP

US-Bundesstaat Kalifornien Der Wein brennt

Stand: 24.10.2019 19:36 Uhr

Es ist eine bekannte Gefahr in Kalifornien: Wieder sind mehrere Brände ausgebrochen - in Wäldern und diesmal auch im Weingebiet. Neben dem Risiko durch die Flammen droht den Anwohnern auch der Stromausfall.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Die Feuersaison hat Kalifornien fest im Griff. Nicht nur die Brände machen den Bürgern in dem US-Bundesstaat zu schaffen, sondern auch Stromausfälle, die als Vorsichtsmaßnahme Zehntausende Kalifornier betreffen.

Besonders dramatisch ist die Situation derzeit im Norden Kaliforniens. In Geyserville, das im Weingebiet Sonoma County liegt, ist ein Feuer nicht unter Kontrolle zu bekommen. Hunderte Häuser mussten zwangsevakuiert werden. Ein Reporter des örtlichen Fernsehsenders KCRA berichtete, dass es regelrecht Feuer geregnet habe.

Wind facht Flammen weiter an

Schnelle Winde fachen die Brände derzeit an. Der lokale Wetterdienst teilte mit, in diesem Gebiet habe es Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde gegeben.

Kincade-Feuer | Bildquelle: REUTERS
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Gebäude in einem Weingarten bei Geyserville sind in Flammen aufgegangen.

Bislang sind etwa 40 Quadratkilometer betroffen. Die Feuerwehr konnte den Brand bisher nicht ansatzweise löschen. Unklar ist noch, weshalb das Feuer in der belieben Weinregion ausgebrochen ist.

Auch im Süden lodern Brände

Doch es ist nicht der einzige Brand, der derzeit in Kalifornien lodert. Auch im Süden des Bundesstaates - in San Bernadino - ist ein Feuer ausgebrochen. Hier mussten 80 Häuser evakuiert werden. Schulen sagten Unterricht ab, Highways wurden teilweise gesperrt.

Stromversorgung soll gekappt werden

Um weitere Brände zu vermeiden, drohen vielen Kaliforniern zusätzliche Unannehmlichkeiten: Die Energieversorger PG&E und SoCal Edison wollen in einigen Regionen den Strom abschalten. In Nordkalifornien sind rund 180.000 Menschen davon betroffen. Im Süden könnten es bis zu 300.000 Bewohner sein.

Bereits vor zwei Wochen mussten die Kalifornier teilweise tagelang ohne Strom auskommen, da dieser aus Vorsicht abgedreht wurde. Die Stromleitungen in dem Bundesstaat sind teils alt und reparaturbedürftig. Durch Funkenflug von den Leitungen sind in der Vergangenheit schon Feuer entfacht worden.

Bürger und die Politik hatten diese Vorgehensweise massiv kritisiert: Die Stromversorger hätten es verpasst, das Netz zu reparieren und jahrelang Misswirtschaft betrieben. Der Gouverneur des Bundesstaates forderte, dass die Konzerne alle betroffenen Kunden finanziell entschädigen müssen.

„Es regnet Feuer“: heftige Brände in Kalifornien
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
25.10.2019 06:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 24. Oktober 2019 um 19:57 Uhr.

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