Stromleitungen bei Oakland (US-Bundesstaat Kalifornien) | Bildquelle: JOHN G MABANGLO/EPA-EFE/REX

Versorger stellt Strom ab Vorsorglicher Blackout in Kalifornien

Stand: 09.10.2019 08:18 Uhr

Marode Stromleitungen, starke Winde und große Hitze: Diese Kombination erhöht in Kalifornien die Waldbrandgefahr. In Teilen des US-Bundesstaates soll deshalb für Tage vorsorglich der Strom abgeschaltet werden.

Der US-Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) hat für weite Teile Nordkaliforniens eine Abschaltung der Stromversorgung angekündigt. Bis zu 800.000 Kunden in 34 Bezirken des Westküstenstaates könnten in den nächsten Tagen von der Maßnahme betroffen sein, teilte das Unternehmen mit.

Dutzende Schulen in 34 Landkreisen sollen geschlossen bleiben. Es ist die bislang größte Stromabschaltung an der US-Westküste. Sie könnte mehrere Tage dauern.

Stromleitungen zu schwach für Stürme

PG&E bezeichnet den Schritt als Vorsichtsmaßnahme wegen einer erhöhten Waldbrandgefahr bei starken Winden mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde, die ab heute erwartet werden. Dadurch könnten Stromleitungen heruntergerissen werden. In großen Teilen des größten und reichsten US-Bundesstaates werden noch immer viele Stromleitungen aus Kostengründen oberirdisch verlegt.

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Die vom Camp Fire zerstörte Stadt Paradise in Kalifornien

Die vom Camp Fire zerstörte Stadt Paradise/Kalifornien

Paradise im November 2018 aus der Vogelperspektive: Drohnenaufnahmen zeigen, wie sehr die Waldbrände die Stadt im Norden Kaliforniens zerstört haben. | Bildquelle: AFP

Ausgetrocknete Landschaften

Vorwürfe gegen PG&E wegen schlecht gewarteter Stromleitungen sind nach zahlreichen Großbränden in Kalifornien in den vergangenen Jahren immer wieder laut geworden. So soll der verheerende Waldbrand in der nordkalifornischen Ortschaft Paradise, der im vorigen November 85 Menschen das Leben kostete, durch defekte Stromleitungen ausgelöst worden sein. Starker Wind, warme Temperaturen und eine trockene Vegetation trugen Untersuchungen zufolge dazu bei, dass sich das Feuer extrem schnell ausbreitete. Es war der Brand mit den meisten Toten in Kalifornien seit Beginn der Aufzeichnungen. Als Folge der Zerstörung von Paradise haben zahlreiche Betroffene Schadenersatzklagen eingereicht.

Seit Mai hat es in vielen Teilen Nordkalifornien nicht mehr geregnet, Wiesen und Wälder sind ausgetrocknet.

Mit Informationen von Markus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Stromabschaltung rund um San Francisco und das Silicon Valley
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
09.10.2019 07:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Oktober 2019 um 07:00 Uhr.

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