Archiv: Kaepernick im Trikot der 49ers | Bildquelle: AP

Nach Kniefall-Eklat Kaepernicks Comeback als Werbestar

Stand: 04.09.2018 09:50 Uhr

Er wurde zum Symbol des Protests gegen Polizeigewalt: Colin Kaepernick. Der Football-Spieler wurde von Trump beschimpft und verlor seinen Job, weil er während der Hymne kniete. Nun ist er als Werbefigur zurück.

Weil er aus Protest gegen Rassismus in den USA bei der Nationalhymne gekniet hatte, verlor Football-Star Colin Kaepernick seinen Job. Der Quarterback brachte mit seiner Protestgeste auch US-Präsident Donald Trump gegen sich auf. Dieser bezeichnete Kaepernick und andere Spieler, die sich ihm angeschlossen hatten, als "Hurensöhne", die man vom Feld holen sollte.

Nun ist Kaepernick zurück - zumindest als Werbefigur. Der Sportartikelhersteller Nike engagierte den 30-Jährigen für seine Kampagne und setzte damit ein Zeichen. Kaepernick postete ein Foto der neuen Werbekampagne auf seinen sozialen Kanälen. Das Foto zeigt eine Nahaufnahme seines Gesichts mit dem Werbeschriftzug: "Glaube an etwas, auch wenn das heißen sollte, alles andere zu opfern".

"Einer der inspirierendsten Sportler seiner Generation"

"Wir glauben, Colin ist einer der inspirierendsten Sportler seiner Generation, der die Plattform Sport dazu nutzte, um die Welt zu verbessern", sagte Gino Fisanotti, Vice President Brand Marketing von Nike, gegenüber "ESPN".

Kaepernick und Nike haben seit 2011 einen Werbevertrag. Allerdings trat der Sportler zuletzt nicht als Botschafter der Marke auf. Nike ist offizieller Sponsor der Liga, alle Teams werden von dem Unternehmen ausgerüstet.

Der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers hatte 2016 eine landesweite Debatte ausgelöst, als er aus Protest gegen Polizeigewalt gegen Schwarze beim Abspielen der Nationalhymne im Stadion auf die Knie ging. Ihm schlossen sich weitere Spieler an. Auch unter Football-Fans sind die Proteste umstritten. Seit deren Beginn hat Kaepernick keinen Vertrag mehr bei einer der 32 Mannschaften des Football-Verbandes NFL erhalten.

San Francisco 49ers' Colin Kaepernick (7) und Eric Reid (35) knien während der US-Nationalhymne vor einem NFL-Spiel. | Bildquelle: AP
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September 2016: San Francisco 49ers' Colin Kaepernick (7) und Eric Reid (35) knien während der US-Nationalhymne vor einem NFL-Spiel.

Protest geht weiter - wie entscheidet die Liga?

Während der Saisonvorbereitung setzten mehrere Spieler den Protest von Kaepernick fort. Bei einem Saison-Vorbereitungsspieltag hoben sie beim Abspielen der US-Hymne ihre Fäuste, blieben in der Umkleide, drehten ihren Rücken zum Spielfeld oder knieten an der Seitenlinie. "Jeder wartet auf eine Entscheidung der Liga", sagte Malcolm Jenkins vom Super-Bowl-Champion Philadelphia Eagles.

Im Mai hatte die NFL eine neue Regelung verkündet, die es Spielern in der kommenden Saison erlauben sollte, während des Abspielens der Nationalhymne in der Umkleidekabine zu warten. Diese Regelung wurde jedoch nur wenig später wieder außer Kraft gesetzt.

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. August 2018 um 22:50 Uhr.

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