Nordrhein-Westfalen, Duisburg: Die Sonne strahlt vom blauen Himmel auf einem Feld hinter Ähren der Wintergerste | Bildquelle: dpa

Juli 2019 bricht Rekord Heißester Monat der Messgeschichte

Stand: 05.08.2019 16:07 Uhr

Nicht nur in Deutschland jagte in diesem Sommer ein Temperaturrekord den nächsten: Weltweit war der vergangene Juli nach Angaben des Copernicus-Dienstes der heißeste Monat seit Beginn der Messungen.

2019 bleibt das Jahr der Temperaturrekorde: Nach Angaben des von der EU betriebenen Copernicus-Dienstes zur Überwachung des Klimawandels war der vergangene Juli der heißeste Monat seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen. Copernicus-Chef Jean-Noël Thibaut erklärte, der Juli sei üblicherweise weltweit der heißeste Monat des Jahres. Die Temperaturen im Juli 2019 hätten knapp über jenen im bisher heißesten Monat Juli 2016 gelegen.

Demnach betrug der Anstieg im Vergleich zum Juli 2016 0,04 Grad. 2016 galt bislang - auch wegen des damals besonders starken Klimaphänomens El Niño - als wärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Thermometer zeigt 42 Grad an | Bildquelle: dpa
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In Deutschland wurde im Juli mancherorts die 42-Grad-Marke geknackt.

Temperaturrekorde auf der ganzen Welt

In mehreren europäischen Ländern wurden im Juli Hitzerekorde gebrochen. In Deutschland wurde am 25. Juli die Marke von 42 Grad geknackt: Im niedersächsischen Lingen wurde mit 42,6 Grad ein landesweiter Rekord aufgestellt. Auch in Belgien, Luxemburg, Großbritannien und den Niederlanden war es im Juli stellenweise so heiß wie nie zuvor.

Auch in der Arktis waren die Temperaturen ungewöhnlich hoch. Im Vergleich zu den Vergleichsmonaten der Jahre 1981 bis 2010 lagen die Temperaturen zudem in Alaska, Grönland, Sibirien, Zentralasien, dem Iran und weiten Teilen der Antarktis am meisten über dem Durchschnitt. Auch im Großteil Afrikas sowie Australiens wurden weit überdurchschnittliche Temperaturen gemessen.

Angesichts der minimalen Veränderung zum Juli 2016 schloss der Copernicus-Dienst allerdings nicht aus, dass andere Institute wie etwa NOAA, der Klima-Überwachungsdienst der US-Regierung, die Durchschnittstemperatur des vergangenen Juli als gleich hoch oder sogar niedriger als jene im Juli vor drei Jahren angeben. Die Werte aus den globalen Datensätzen verschiedener Institute variierten in der Regel, erklärte der Copernicus-Dienst.

Bereits Juni brach Rekorde

Erst kürzlich hatte der Copernicus-Dienst verkündet, dass die Welt dieses Jahr den heißesten Juni seit Beginn der regelmäßigen Messungen im Jahr 1880 erlebt habe. Auch in diesem Monat ächzten Deutschland und weite Teile Europas unter einer Hitzewelle.

Die vergangenen vier Jahre waren weltweit die heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die globale Durchschnittstemperatur im Juli 2019 lag um 0,56 Grad über der Durchschnittstemperatur der Vergleichsmonate zwischen 1981 und 2000. Im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter stiegen die Temperaturen weltweit damit um fast 1,2 Grad an. Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hatten sich die Unterzeichnerstaaten darauf verständigt, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen.

Nicht der heißeste Juli in Deutschland

Auch wenn der Juli weltweit gesehen neue Hitzerekorde brachte, gilt dies im Durchschnitt des Monats betrachtet nicht für Deutschland. Trotz der Hitzewelle in der zweiten Monatshälfte wurde der Mittelwert durch die relativ niedrigen Temperaturen in den ersten Wochen auf 18,9 Grad gedrückt. Anfang Juli war es in den Nächten durchaus noch frisch.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 24.07.2019 um 22:00 Uhr.

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