Ein türkischer Wachturm ist hinter einem Hochsicherheitszaun an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei zu sehen.  | Bildquelle: dpa

Griechisch-türkische Grenze Deutsche Journalisten in Gewahrsam

Stand: 10.03.2018 13:40 Uhr

Im griechisch-türkischen Grenzgebiet sind zwei NDR-Journalisten festgenommen worden. Die beiden Reporter waren laut Polizei in einem Sperrgebiet unterwegs. Laut NDR geschah das versehentlich.

Zwei deutsche Journalisten des Norddeutschen Rundfunks sind im Nordosten Griechenlands nahe der türkischen Grenze festgenommen worden. Wie der Sender mitteilte, wurden die Reporter nahe der Stadt Didyomteicho am Fluss Evros in Gewahrsam genommen.

Sie hätten dort für das Politikmagazin "Panorama" und das junge Angebot funk zur Situation von Flüchtlingen recherchiert und dabei versehentlich militärisches Sperrgebiet betreten. Sie würden derzeit von der Staatsanwaltschaft in Orestiada angehört. Ihnen werde lediglich das unbefugte Betreten eines Sperrgebiets vorgeworfen.

Es handle sich um einen 31-Jährigen und seine 33 Jahre alte Kollegin, bestätigte die deutsche Botschaft in Athen. Demnach kümmert sich ein Anwalt um die beiden Festgenommenen. Dieser habe bestätigt, dass die beiden nach einer Nacht in Gewahrsam wohlauf seien, hieß es in der NDR-Mitteilung.

Über den Evros nach Mitteleuropa

Wie der NDR weiter mitteilte, kommt es in der Region häufiger zu diesen Zwischenfällen. Offenbar sei das Sperrgebiet nicht umzäunt und ausreichend beschildert, so dass sich selbst Einheimische dort verlaufen. Trotzdem komme es standardmäßig zu einem Verfahren, wenn Personen im Sperrgebiet aufgegriffen werden.

Das Grenzgebiet ist Teil einer viel genutzten Flüchtlingsroute. Zahlreiche Migranten versuchen über den Grenzfluss Evros von der Türkei nach Griechenland zu gelangen, um von dort nach Mitteleuropa weiterzureisen. Zahlreiche Menschen kamen dabei ums Leben. Seit Inkrafttreten des Flüchtlingspakts der EU mit der Türkei im März 2016 ging die Zahl der Grenzübertritte in dem Gebiet jedoch deutlich zurück. Derzeit herrscht in der Region erhöhte Wachsamkeit.

Erst vor einer Woche waren an dem Fluss zwei griechische Soldaten nach dem Überschreiten der Grenze zur Türkei festgenommen und anschließend unter Spionageverdacht inhaftiert worden. Die beiden gaben an, sie hätten wegen der schlechten Wetterbedingungen die Orientierung verloren. Sie sind in der türkischen Stadt Edirne in Haft. Auch aus diesem Grund sind griechische Grenzschützer im Moment besonders sensibel, was Besucherverkehr im Grenzbereich angibt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. März 2018 um 09:00 Uhr.

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