Der Pro-Demokratie-Aktivist Joshua Wong (Archivbild). | Bildquelle: ROMAN PILIPEY/EPA-EFE/REX

Hongkong Demokratie-Aktivisten festgenommen

Stand: 30.08.2019 08:46 Uhr

Der bekannte Hongkonger Demokratie-Aktivist Wong und zwei Mitstreiter sind festgenommen worden. Zuvor hatten die Behörden eine für Samstag geplante Großdemonstration verboten.

Der bekannte Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong ist festgenommen worden. Er sei am Freitagmorgen gegen 07.30 Uhr auf offener Straße in ein Zivilfahrzeug verfrachtet worden, teilte seine Partei Demosisto über Twitter mit.

Die Polizei in Hongkong bestätigte die Festnahme. Es gehe um seine Rolle bei einem nicht genehmigten Protest am 21. Juli vor einer Polizeiwache, teilte die Behörde mit.

Vorwurf: Teilnahme an Demonstration

Auch seine Mitstreiterin Agnes Chow nach Angaben der Polizei in ihrem Zuhause festgenommen. Den beiden 22-jährigen Wong und Chow wird vorgeworfen, an einer Demonstration teilgenommen und andere dazu aufgerufen zu haben. Gegen Wong wird zusätzlich auch wegen der Organisation der Proteste ermittelt.

Wong ist Generalsekretär von Demosisto und war 2014 einer der studentischen Anführer der prodemokratischen Regenschirmbewegung. Im Zuge dessen war er zu Haft verurteilt worden. Er kam im Juni nach zwei Monaten aus dem Gefängnis frei. Bei den Demonstrationen in diesem Sommer in Hongkong hat er wiederholt öffentlich gesprochen.

Festnahme bekannter Aktivisten der Protestbewegung in Hongkong
tagesschau 12:00 Uhr, 30.08.2019, Daniel Satra, ARD Hongkong

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Festnahme auch am Vortag

Bereits am Donnerstag war einem Medienbericht zufolge der Anführer der verbotenen Unabhängigkeitspartei Hong Kong National Party, Andy Chan, am internationalen Flughafen der Millionenmetropole festgenommen worden, von wo aus er nach Japan fliegen wollte.

Die Behörden verfolgten mit Absicht vor allem junge Menschen, vermutet der Hongkonger Politikwissenschaftler Willy Lam. "Immer mehr Protestierende werden verhaftet und vor Gericht gebracht, etwa für Aufruhr - ein Verbrechen, auf das in Hongkong mehrjährige Haftstrafen stehen", so Lam. Die große Mehrheit der radikaleren Protestierenden seien Schüler und Studierende. "Da im September auch das Semester wieder beginnt, könnte das bedeuten, dass dann weniger Radikale auf die Straße gehen."

Joshua Wong (M), einer der führenden Köpfe der Demokratiebewegung, geht vor Reportern, nachdem er mit Demonstranten gesprochen hat. | Bildquelle: dpa
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Wong ist Generalsekretär der Partei Demosisto und war 2014 einer der studentischen Anführer der prodemokratischen Regenschirmbewegung.

Großdemo abgesagt

Eine für Samstag geplante Großdemonstration der Demokratiebewegung gegen die pekingtreue Führung Hongkongs wurde verboten. Zu dem Verbot der Demonstration hatte die Polizei an die Organisatoren geschrieben, es sei zu befürchten, dass Teilnehmer "gewalttätige und destruktive Taten" begehen wollten. Demonstrierende hätten zuletzt "nicht nur Feuer gelegt und Straßensperren errichtet, sondern auch Brandbomben, Stahlkugeln, Steine, lange Speere und verschiedene selbst gefertigte Waffen" eingesetzt.

Nach dem Verbot sagten die Organisatoren der Demonstration ihre geplante Kundgebung ab. Man sehe keine andere Möglichkeit, sagte Bonnie Leung von der Zivilen Menschenrechtsfront. Es gebe Sorgen um die Rechtssicherheit und die körperliche Unversehrtheit der Teilnehmer. Unklar war, ob es dennoch nicht genehmigte Demonstrationen geben würde.

Anwesenheit des Militärs sei "nicht rein symbolisch"

China drohte indirekt mit dem Einsatz der Armee. Sollte es zu einer Eskalation kommen, hätten die in der Sonderverwaltungszone stationierten chinesischen Soldaten "keinen Anlass, untätig zuzuschauen", schrieb die staatliche Zeitung "China Daily" in einem Leitartikel. Die Anwesenheit des chinesischen Militärs sei "nicht rein symbolisch" zu verstehen.

Am Donnerstag hatte die chinesische Volksbefreiungsarmee Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge ihre jährliche Truppenrotation vollzogen.

Gewalttätige Proteste am vergangenen Wochenende

In Hongkong gibt es seit drei Monaten Massendemonstrationen für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Dabei hatte es am vergangenen Wochenende erneut schwere gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben. Die Beamten setzten unter anderem Wasserwerfer ein, erstmals seit Beginn der Proteste feuerte ein Polizist einen Schuss ab.

Seit Juni wurden mehr als 850 Teilnehmer der Proteste festgenommen. Die für morgen geplante Großdemonstration sollte aus Anlass des fünften Jahrestages der Entscheidung Pekings stattfinden, politische Reformen in Hongkong zu verbieten. Diese Entscheidung hatte 2014 die sogenannte Regenschirmbewegung ausgelöst.

Mit Informationen von Markus Pfalzgraf, ARD-Studio Shanghai, zzt. in Hongkong

Mehrere Hongkong-Aktivisten festgenommen
Markus Pfalzgraf, ARD Shanghai, z.Z. Hongkong
30.08.2019 07:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. August 2019 um 06:00 Uhr.

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