Annegret Kramp-Karrenbauer mit dem jordanischen Außenminister Safadi in Amman | dpa

Kramp-Karrenbauer in Amman Ministerin wirbt für längeren Anti-IS-Einsatz

Stand: 19.08.2019 16:17 Uhr

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat in Jordanien für eine Fortsetzung des deutschen Mandats für den Kampf gegen die IS-Terrormiliz geworben. In der Koalition regt sich dagegen Widerstand.

Es ist ihre erste Auslandsreise als Verteidigungsministerin - und Annegret Kramp-Karrenbauer nutzte den Truppenbesuch, um die Bedeutung des Bundeswehr-Einsatzes in der Region zu betonen und für dessen Fortsetzung zu plädieren.

Sie habe aus dem Gespräch mit ihrem jordanischen Kollegen Ayman Safadi "den Wunsch mitgenommen, dass das Engagement verstetigt wird", sagte Kramp-Karrenbauer nach einem Gespräch in Amman. Zuvor hatte sie bereits den jordanischen König Abdullah II. getroffen.

König Abdullah II. von Jordanien begrüßte Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer. | REUTERS

König Abdullah II. von Jordanien begrüßte Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer. Bild: REUTERS

Jordanien für weitere Bundeswehr-Unterstützung

Jordanien erwarte, dass der Kampf gegen  die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) "Seite an Seite fortgesetzt wird", sagte Safadi. Der IS sei zwar "geschlagen, aber nicht zerstört". "Wir hoffen, dass dieser Einsatz weitergeht." Denn es gelte, die "gemeinsame Herausforderung des Terrorismus" zu meistern.

Das derzeitige Mandat "Counter Daesh /Capacity Building Iraq" läuft noch bis zum 31. Oktober. Die Mandatsobergrenze beträgt 800 Bundeswehrsoldaten, aktuell beläuft sich die Kontingentstärke auf knapp 450 Soldaten. Die Bundeswehr beteiligt sich unter anderem mit Tornado-Aufklärungsflügen an dem internationalen Einsatz.

 SPD gegen Verlängerung des Mandats

Wichtige SPD-Politiker sprechen dagegen von einem Ende des Einsatzes und können dabei auf einen gewichtigen Beschluss pochen. Kabinett und Bundestag hatten im vergangenen Jahr beschlossen, die Bereitstellung von Tornado-Kampfflugzeugen zur Aufklärung in Syrien und im Irak sowie die Luftbetankung von Maschinen der internationalen Anti-IS-Koalition zum 31. Oktober 2019 zu beenden. "Wir haben den Krieg gewonnen - jetzt gilt es, den Frieden zu gewinnen", hatte die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gesagt.

Kramp-Karrenbauer will zeigen, dass der Einsatz in seinen Komponenten weiterhin wichtig ist. In Al-Asrak, von wo aus das gesamte Kontingent geführt wird, sind 290 Soldaten stationiert. Zudem arbeiten zehn Soldaten im taktischen Hauptquartier in Katar.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. August 2019 um 13:03 Uhr.