Boris Johnson | Bildquelle: REUTERS

May-Nachfolge Der Favorit vermeidet Fettnäpfchen

Stand: 19.06.2019 01:23 Uhr

Bei der TV-Debatte der Tories pocht Boris Johnson auf einen Brexit bis zum 31. Oktober. Er bleibt der klare Favorit auf die May-Nachfolge - auch, weil er Fettnäpfchen vermeidet.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

Die gute Nachricht für Boris Johnson: Der haushohe Favorit ist bei seinem ersten TV-Auftritt als Premierminister-Kandidat in kein Fettnäpfchen getreten. Er hat sein Temperament gezügelt, keinen wirklichen Fehler gemacht - seine Berater dürften aufgeatmet haben. In der Live-Debatte versprach Johnson, nicht zu wackeln. Großbritannien werde auf jeden Fall am 31. Oktober aus der EU austreten, notfalls auch ohne Abkommen mit der EU, andernfalls sei ein katastrophaler Verlust des Vertrauens in die Politik zu befürchten.  

Allerdings hat Johnson in dieser Debatte auch nicht wirklich gepunktet. Musste er auch nicht: Der frühere Londoner Bürgermeister liegt nach den ersten beiden Abstimmungen in der konservativen Unterhausfraktion so weit vor der Konkurrenz, dass er sich keine Sorgen machen muss, am Ende die Stichwahl an der Parteibasis zu erreichen - in der zweiten Runde in der Fraktion kam der Favorit auf 126 von 313 Stimmen.

Mareike Aden, ARD London, zum guten oder schlechten Abschneiden der Kandidaten
tagesschau 12:00 Uhr, 19.06.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Wer wird Johnsons Widersacher?

Spannend ist lediglich die Frage, wer geht am Ende als Nummer Zwei gegen Johnson in die Urwahl unter den konservativen Parteimitgliedern. Innenminister Sajid Javid zieht mit den wenigsten Stimmen in die Runde Drei der Fraktion ein, will wie Johnson auf keinen Fall eine weitere Brexit-Verschiebung. Außenminister Jeremy Hunt, derzeit auf Platz Zwei, und Umweltminister Michael Gove knapp dahinter geben sich flexibler: Ein paar Wochen mehr, um ein neues Austrittsabkommen zu erreichen, wären auch okay. Einen Austritt ohne Abkommen wollen aber auch sie nicht ausschließen. Das tut nur Rory Stewart, bisher der krasse Außenseiter, in der zweiten Fraktionsrunde aber der Kandidat mit dem größten Zuwachs an Stimmen:

"Wenn ich Premierminister werden sollte, verpflichte ich mich, keinen 'No Deal Brexit' zuzulassen. Er wäre verheerend, aber er ist auch nicht einmal eine glaubwürdige Drohung."

Stewart will deshalb das mit Brüssel ausgehandelte Austrittsabkommen doch noch durchs Parlament bringen. Er hält die Hoffnung seiner Konkurrenten auf ein neues, geändertes Abkommen angesichts der Absage Brüssels an Neuverhandlungen für Fantasterei. Gove hielt dagegen, man könne nicht einfach denselben kalten Porridge ein viertes Mal servieren, man brauche einen neuen Ansatz.

 

Einig waren sich alle fünf im Rennen um die May-Nachfolge verbliebenen Konservativen in einem: Nach dem Desaster, das die Torys bei der EU-Wahl erlebt haben, will keiner von ihnen eine vorgezogene Unterhauswahl. Außenminister Jeremy Hunt erklärte: Keine Parlamentswahl, solange der Brexit nicht vollzogen ist.

Boris Johnson ohne Glanz in TV-Debatte - aber weiter klarer Favorit
Jens-Peter Marquardt, ARD London
18.06.2019 23:46 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. Juni 2019 um 22:15 Uhr.

Darstellung: