Boris Johnson | Bildquelle: AFP

Tory-Regionalkonferenz Johnson setzt auf "die richtige Energie"

Stand: 22.06.2019 20:54 Uhr

Die beiden Kandidaten für die Nachfolge der britischen Premier May haben sich der Parteibasis gestellt. Für Schlagzeilen sorgte ein nächtlicher Streit zwischen Johnson und seiner Lebensgefährtin.

Boris Johnson versprach den Konservativen in Birmingham, die Partei aus dem Dunkel wieder ans Licht zu führen. Er werde es schaffen, die Konkurrenz der Brexit-Party von Nigel Farage zurückzuschlagen und den Einzug von Labour-Chef Jeremy Corbyn in die Downing Street zu verhindern.

Es war die erste von 16 Regionalkonferenzen, auf denen der frühere Außenminister Johnson und der derzeitige Außenminister Jeremy Hunt als Rivalen auftreten im Kampf um den Tory-Vorsitz und damit auch um den Posten als künftiger britischer Premierminister.

Johnson will mit EU wieder über Brexit verhandeln

Ein Thema natürlich der Brexit: Johnson beteuerte, dass er das Land mit oder ohne Austrittsvertrag bis zum 31. Oktober aus der EU führen könne. Johnson erklärte, er glaube an erfolgreiche Nachverhandlungen mit der EU. Es brauche dafür nur die "richtige Energie". Johnson glaubt, die EU, die Nachverhandlungen strikt ablehnt, wieder an den Verhandlungstisch bringen zu können, indem er die bereits zugesagte Abschiedszahlung an die EU in Höhe von gut 40 Milliarden Euro wieder in Frage stelle.

Johnson schlug außerdem vor, die Frage der Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland vorerst offen zu lassen. Dies könne im Rahmen der Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen gelöst werden.

Nachfolger von Premierministerin May stellen sich Parteibasis
tagesthemen 23:15 Uhr, 22.06.2019, Mareike Aden, ARD London

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Hunt wirbt für "neue Ideen"

Hunt nannte es schwierig, das Brexit-Abkommen wieder zu öffnen. Er denke aber, die EU-Führung werde sich "neue Ideen anhören". Sollte es kein neues Abkommen geben, will auch er Großbritannien ohne Vertrag am 31. Oktober aus der EU führen.

Aber wenn es die Aussicht auf ein neues, besseres Abkommen gebe, dann würde er diesen Termin auch noch einmal verschieben. Er sei der richtige Mann, um einen besseren Brexit-Vertrag in Brüssel zu erreichen, im Parlament in London eine Mehrheit zu bekommen und die Partei zu vereinen, warb Hunt für sich.

Jeremy Hunt | Bildquelle: ANDY RAIN/EPA-EFE/REX
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Der britische Außenminister Hunt tritt gegen Johnson an.

Berichte über Streit

Hunt bekam für einen Außenseiter überraschend viel Beifall von der Parteibasis in Birmingham. Vielleicht lag es daran, dass dieser Tag für den Favoriten Johnson ganz schlecht begonnen hatte.

Alle britischen  Zeitungen hatten in fetten Schlagzeilen den Bericht über einen lautstarken Streit zwischen Johnson und seiner neuen Partnerin auf der Seite Eins. Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtete, alarmierte ein besorgter Nachbar die Polizei, nachdem er Schreie und laute Geräusche aus der Wohnung von Johnsons Lebensgefährtin Carrie Symonds gehört hatte: Sie soll Johnson aufgefordert haben, sie in Ruhe zu lassen und abzuhauen. Johnson habe gerufen, sie solle seinen Laptop hergeben. "Der Anrufer war um das Wohl seiner Nachbarin besorgt", wird ein Polizeisprecher zitiert.

Bei der Regionalkonferenz wich Johnson den Fragen des Moderators zu dem Vorfall aus. Er glaube nicht, dass das Publikum "diese Art von Sachen hören will", sagte Johnson.

Entscheidung bis Ende Juli

Beobachter gehen davon aus, dass der Vorfall Johnsons Chancen im Wettstreit mit Hunt mindern könnte. Hunt startete am Morgen eine erste Attacke auf seinen Kontrahenten: In einem Beitrag für die Zeitung "Daily Telegraph" warf er Johnson vor, sich vor einer TV-Debatte zu drücken. Die konservativen Parteimitglieder "können ihre Wahl nur treffen, wenn es eine ordentliche Debatte gibt".

Johnson gilt bislang als haushoher Favorit. Der neue Vorsitzende der Tories soll bis Ende Juli gekürt sein, die Entscheidung treffen die 160.000 Parteimitglieder. Der Parteichef wird auch britischer Premierminister. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov Mitte Juni gaben 77 Prozent der befragten Tory-Mitglieder an, dass Johnson ihrer Ansicht nach ein guter Parteichef wäre. Sein Nachfolger in dem Amt, Hunt, kam nur auf 56 Prozent.

Mit Informationen von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

Kandidaten-Tournee beginnt - Johnson und Hunt bei Torys in Birmingham
Jens-Peter Marquardt, ARD London
22.06.2019 19:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. Juni 2019 um 18:00 Uhr.

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