Der britische Premier Johnson bei seinem Antrittsbesuch in Paris | Bildquelle: CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA-EFE/

G7-Treffen in Biarritz Johnson steht vor einem Balanceakt

Stand: 23.08.2019 11:45 Uhr

Wie wird sich der britische Premier Johnson ab morgen auf dem G7-Gipfel in Biarritz schlagen? Zwar setzt er auf Handelsverträge mit den USA. Doch in der Russland-Politik ist er im Lager der EU-Staaten.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Für Boris Johnson wird Biarritz ein Balanceakt. Da sind auf der einen Seite die Amerikaner, die er so dringend braucht. Die USA spielen eine große Rolle in den wirtschaftlichen Hoffnungen des Brexit-Britanniens. Johnson hat schon kurz nach der Wahl von Donald Trump darauf gesetzt, dass da doch jetzt jemand im Weißen Haus ist, der sich aufs Geschäftemachen versteht. Damals war er selbst noch Außenminister.

"Wenn wir erst einmal raus sind aus der EU, dann können wir endlich Verträge abschließen mit wem wir wollen, wann wir es wollen und wie wir es wollen", wiederholt Johnson das Mantra der Brexiteers. Dealmaker Donald Trump sagte bereits bei seinem Besuch Anfang Juni in London, dass er sich freue.

Trump verkündete, die USA wollen einen "phänomenalen Handelsvertrag" mit dem Vereinigten Königreich. Da liege ein gewaltiges Potenzial. "Wahrscheinlich zweimal so viel, vielleicht sogar drei Mal so viel wie das, was wir jetzt machen", sagte der US-Präsident.

Johnson will einen harten Kurs gegen Iran

Auch beim militärischen Schutz für Handelsschiffe in der Golfregion setzt die neue Regierung in London auf einen gemeinsamen Kurs mit Washington. Darüber hinaus sucht Johnson einen engen persönlichen Draht zu Trump: Mindestens vier Mal hat er seit seinem Amtsantritt vor einem Monat mit dem mächtigen Mann auf der anderen Seite des Atlantiks telefoniert. 

Die Partner auf der anderen Seite des Ärmelkanals haben bislang noch nicht so viele Freundschaftsbekundungen erfahren. Das hat erst in dieser Woche begonnen. Gerade die Beziehung zu Deutschland sei so wichtig für sein Land, sagt Johnson: "Es gibt so viele Bereiche, in denen wir kraftvoll zusammenarbeiten. Ob unsere internationalen Institutionen, die auf gemeinsamen Regeln basieren, ob Demokratie und Menschenrechte, ob Gleichberechtigung in jeder Hinsicht." Deutschland und das Vereinigte Königreich stünden Schulter an Schulter.

Briten halten an Atom-Deal mit Iran fest

Und tatsächlich steht London in vielen wichtigen Fragen den Europäern deutlich näher als den Amerikanern. So wollen die Briten im Klimaschutzabkommen bleiben und halten am Atom-Deal mit dem Iran fest. Beides haben die USA über Bord geworfen. Auch von der Trumpschen Idee, aus den G7 wieder G8 zu machen, also Russlands Präsidenten Wladimir Putin einzuladen, hält Johnson nicht viel. "Noch so ein Bereich, wo wir eine gemeinsame Position haben", sagt Johnson.

Gespräche über EU-Austritt: Britischer Premier zu Besuch in Paris
22.08.2019

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Nicht zuletzt sei die EU, ob man nun Mitglied ist oder nicht, für Großbritannien der größte und naheliegendste Handelspartner. Deshalb, so der britische Premier, sei das auch der wichtigste Handelsvertrag, den sein Land abschließen müsse.

Biarritz wird ein Spagat für Boris Johnson. Verscherzen darf er es sich mit keiner Seite, er braucht die Amerikaner ebenso wie die Europäer.

Here we are: Boris Johnson in Biarritz
Thomas Spickhofen, ARD London
23.08.2019 10:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. August 2019 um 17:00 Uhr.

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