Johnson bei der Rückkehr in seinen Amtssitz | Bildquelle: AP

Johnson über Covid-19 "Wie komme ich da wieder raus?"

Stand: 03.05.2020 09:43 Uhr

Seit gut einer Woche ist Großbritanniens Premier Johnson nach seiner Covid-19-Erkrankung zurück im Amt. In einem Interview sprach der 55-Jährige nun über die Zeit im Krankenhaus, Notfallpläne und Stalin.

In einem Interview hat sich Großbritanniens Premierminister Boris Johnson ausführlich zu seiner Covid-19-Erkrankung geäußert. Laut eigener Aussage befand er sich dabei phasenweise in einer äußerst bedrohlichen Situation. "Es war eine ziemlich schwerer Moment, das will ich gar nicht leugnen", sagte Johnson im Interview mit der Zeitung "The Sun". Die Regierung habe Notfallpläne für den Fall seines Todes erarbeitet.

"Die Ärzte hatten alle möglichen Vorkehrungen getroffen, was zu tun wäre, wenn die Dinge schrecklich schlecht liefen", sagte Johnson. "Sie hatten eine Strategie, um mit einem Szenario wie bei 'Death of Stalin' umzugehen." Damit spielte der Premier wohl auf den Film "The Death of Stalin" an, in dem es um die Ereignisse um den Tod des sowjetischen Diktators Josef Stalin im Jahr 1953 geht.

Auf der Intensivstation sei ihm drei Tage lang literweise Sauerstoff zugeführt worden, schilderte der 55-Jährige. Nach eigenen Angaben habe er aber nie geglaubt, dass er nun sterben müsse. Er habe sich nur gefragt: "Wie komme ich da wieder raus?" Die Ärzte hätten zwischenzeitlich erwogen, ihn an ein Beatmungsgerät anzuschließen.

Rückkehr in 10 Downing Street

Johnson hatte am Montag seine Amtsgeschäfte wiederaufgenommen. Einen Monat zuvor war er positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Zunächst verbrachte er zehn Tage abgeschirmt an seinem Amtssitz. Dann kam er ins Krankenhaus St. Thomas, wo er mit Sauerstoff versorgt wurde und drei Nächte auf der Intensivstation verbrachte. Am Mittwoch hatte Johnsons Lebensgefährtin Carrie Symonds den gemeinsamen Sohn Wilfred Lawrie Nicholas zur Welt gebracht. Mit der Wahl des dritten Vornamens sollen nach Angaben von Symonds die beiden behandelnden Ärzte von Johnson gewürdigt werden.

Großbritannien gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie getroffenen Ländern der Welt. Bis Samstag starben im Vereinigten Königreich mehr als 28.000 Infizierte. Johnson kündigte an, in den kommenden Tagen einen Zeitplan für Lockerungen der Ende März wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen vorzulegen.

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