Der US-Abgeordnete und Bürgerrechtler John Lewis | Bildquelle: Reuters

Mitstreiter von Martin Luther King US-Bürgerrechtler John Lewis gestorben

Stand: 18.07.2020 11:02 Uhr

An der Seite von Martin Luther King kämpfte John Lewis in den 1960er-Jahren für die Bürgerrechte - und gab diesen Kampf auch bis zuletzt nie auf. Jetzt ist Lewis im Alter von 80 Jahren gestorben.

Der US-amerikanische Bürgerrechtler und langjährige demokratische Kongressabgeordnete John Lewis ist tot. Er starb am Freitagabend (Ortszeit) nach längerer Krankheit, wie das US-Repräsentantenhaus erklärte. Lewis wurde 80 Jahre alt.

Abschied von John Lewis: Trauer um Bürgerrechtler
18.07.2020

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"Titan der Menschenrechtsbewegung"

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, würdigte Lewis in einer Erklärung als einen "der größten Helden in der amerikanischen Geschichte" und "Titan der Menschenrechtsbewegung", der Zeit seines Lebens Entschlossenheit, Mut und moralische Führungsqualität gezeigt habe. "Jeder Tag im Leben von John Lewis war der Freiheit und Gerechtigkeit für alle gewidmet."

Der Mehrheitsführer im US-Senat, der Republikaner Mitch McConnell, nannte Lewis einen "Pionier der Bürgerrechtsbewegung". Er habe sich sein Leben lang dem Kampf gegen Rassismus gewidmet, gleiche Rechte für alle erstritten und die Nation stärker in Einklang mit ihren Gründungsprinzipien gebracht.

Martin Luther King Marsch auf Selma | Bildquelle: picture-alliance / dpa
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Im März 1965 kam es in Selma (US-Bundesstaat Alabama) zu Protestmärschen. King organisierte eine große Demonstration, die bis ins nicht weit entfernte Montgomery führen sollte. Bei den ersten beiden Versuchen hielten Polizisten den Zug auf. Beim dritten Anlauf kamen die Demonstranten ans Ziel. Im selben Jahr wurde der Voting Rights Act verabschiedet, nach dem Minderheiten bei Wahlen nicht mehr benachteiligt werden dürfen.

Martin Luther Kings jüngster Mitstreiter

Lewis stammte aus dem US-Südstaat Alabama und war einer der Vorkämpfer der Bürgerrechtsbewegung und des Kampfes gegen Rassendiskriminierung. Er war 21 Jahre alt, als er die Bürgerrechtsgruppe "Freedom Ride" mitbegründete, die in den frühen 1960er Jahren gegen die Rassentrennung im US-Verkehrssystem kämpfte. Auf der Kundgebung in Washington, bei der Martin Luther King 1963 seine weltberühmte "I have a Dream"-Rede hielt, war Lewis der jüngste Anführer der Bürgerrechtsbewegung. Er gehörte zu den bekannten Mitstreitern Kings und kämpfte an dessen Seite für die Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung in den USA.

Marsch auf Washington | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Martin Luther King: An seiner Seite setzte sich auch Lewis für die Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung in den USA ein.

1965 führte Lewis den ersten Marsch von der Stadt Selma nach Montgomery an - damals ein politischer Höhepunkt der US-Bürgerrechtsbewegung. Der 25-Jährige wurde bei dem Marsch von weißen Polizisten zusammengeschlagen und schwer verletzt und wäre an einem erlittenen Schädelbruch fast gestorben. Nicht zuletzt diese Bilder brutaler Polizeigewalt am "Bloody Sunday" rüttelten damals viele US-Bürger auf und mehrten den Protest gegen die tief verwurzelte, institutionalisierte Rassendiskriminierung in den Südstaaten.

Fünfzig Jahre später - im Jahr 2015 - kehrte er gemeinsam mit dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama nach Selma zurück und erinnerte an die Geschehnisse von 1965.

Barack Obama und John Lewis | Bildquelle: AFP
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Der damalige US-Präsident Obama (l.) und John Lewis 2015 bei der Gedenkveranstaltung anlässlich des 50. Jahrestages des Marsches auf Selma.

Prinzipientreu bis zuletzt

Später saß Lewis viele Jahre lang für die Demokratische Partei im Kongress. Bis zuletzt blieb er dabei seinen Überzeugungen und Prinzipien treu. So galt Lewis als scharfer Kritiker von Präsident Donald Trump. Zuvor schon hatte er sich gegen George W. Bush gestellt, den Lewis aufgrund des Zustandekommens von dessen Präsidentschaft einmal als "nicht echt gewählten Präsidenten" bezeichnet hatte.

Im vergangenen Dezember machte Lewis seine schwere Erkrankung öffentlich. Zuletzt hatte er an Bauchspeicheldrüsenkrebs gelitten, dem er nun erlag.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Juli 2020 um 11:00 Uhr.

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