Jill Stein | Bildquelle: REUTERS

Stein fordert Neuauszählung Eine Grüne kämpft für Clinton

Stand: 24.11.2016 19:15 Uhr

Die US-Wahl wird zum Thema für Gerichte. Die Grünen-Kandidatin Stein verlangt eine Neuauszählung der Stimmen in Wisconsin, Pennsylvania und Michigan. In allen drei Staaten lag Clinton nur knapp hinter Trump.

Die erfolglose US-Präsidentschaftskandidatin Jill Stein von der Green Party will das Wahlergebnis in den Bundesstaaten Wisconsin, Pennsylvania und Michigan nachzählen lassen. Dafür sammelte sie nach eigener Auskunft mehr als 2,5 Millionen US-Dollar Spendengelder im Internet ein. Dass das Geld so schnell zusammengekommen sei, bezeichnete Stein als eine "wunderbare Fügung". Dies zeige die "Kraft von Graswurzel-Bewegungen".

Die Antragsfrist für eine Nachzählung in Wisconsin endet an diesem Freitagnachmittag. Pennsylvania folge am Montag, Michigan am Mittwoch nächster Woche, schreibt Stein auf ihrer Internetseite. Hillary Clinton müsste alle drei Staaten auf ihre Seite ziehen, um Donald Trump die Präsidentschaft noch streitig machen zu können. Das erscheint Experten höchst unwahrscheinlich - auch wenn der Ausgang mit einer Differenz von nur rund 100.000 Stimmen in allen drei Bundesstaaten zusammen extrem eng ist. In Michigan führt Trump sogar nur mit weniger als 10.000 Stimmen.

Stein bemängelt Wahlcomputer

Experten geben Steins Initiative kaum Erfolgschancen, wenngleich Computerspezialisten in Wisconsin und Michigan erklärt hatten, bei der Nutzung von Wahlcomputern Auffälligkeiten festgestellt zu haben. Clinton schnitt dort, wo Computer im Einsatz waren, auffallend schlechter ab als in Wahllokalen, wo Stimmzettel genutzt wurden. Die in Wisconsin genutzten Wahlcomputer sind laut Stein etwa in Kalifornien wegen Anfälligkeit für Hackerangriffe verboten.

Eine Änderung des Wahlergebnisses müsste bis zum 19. Dezember feststehen. Dann wählen die Wahlleute formell den US-Präsidenten.

Hohe Kosten für Anfechtung

Für die Neuauszählung in allen drei Bundesstaaten will Stein insgesamt 4,5 Millionen Dollar sammeln. Die Grünen rechnen aber damit, insgesamt sechs bis sieben Millionen Dollar zu benötigen, unter anderem auch für Anwaltskosten. In Pennsylvania kostet allein der Antrag 500.000 US-Dollar, in Michigan 600.000 US-Dollar.

Clinton hat landesweit rund zwei Millionen Stimmen mehr eingesammelt als Trump. Dass Trump dennoch Wahlsieger wurde, ist dem Mehrheitswahlrecht in den USA geschuldet, das die Wahlmännerstimmen nach Bundesstaaten verteilt und dort keinen Unterschied zwischen knappen und hohen Siegen macht.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. November 2016 um 06:03 Uhr

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