Donald Trump | Bildquelle: AP

Reaktionen auf Israel-Pläne Dringende Appelle an Trump

Stand: 06.12.2017 13:52 Uhr

"Tage des Zorns" haben palästinensische Organisationen angekündigt. Und so wächst international die Sorge, dass die Ankündigung der Verlegung der US-Botschaft in Israel in Gewalt münden wird, aber auch in regionalen Spannungen. Einmütig wird Präsident Trump vor dem Schritt gewarnt.

Kurz vor der angekündigten Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Trump mehren sich international besorgte Stimmen. Papst Franziskus warnte nachdrücklich vor dem Schritt. Alle Parteien müssten den "Status Quo" der Stadt respektieren, "wie es die entsprechenden Resolutionen der UN vorsehen". Er verlangte "Klugheit und Besonnenheit", um neue Spannungen zu vermeiden. "Ich kann meine tiefe Sorge über die Situation, die sich in den letzten Tagen entwickelt hat, nicht verschweigen", so Franziskus.

Internationale Bestürzung nach Ankündigung der Verlegung der US-Botschaft
tagesschau 15:00 Uhr, Mike Lingenfelser, Tel Aviv ARD

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Die türkische Regierung warnte vor einem neuen interreligiösen Krieg. Ministerpräsident Binali Yildirim nannte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu sowohl die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt als auch eine Verlegung der US-Botschaft dorthin "rechtswidrig". "Es ist sowohl in Anbetracht der Zukunft der Region als auch des Weltfriedens von zentraler Bedeutung, dass der Präsident der USA keine Erklärung in diese Richtung abgibt", sagte Yildirim.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will einen Sondergipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) einberufen. Ziel sei es, in der aktuellen Situation "ein gemeinsames Handeln und Koordination zwischen den islamischen Ländern zu gewährleisten".

Eine Dringlichkeitssitzung berief auch die Arabische Liga ein. Die Außenminister wollen am Samstag in Kairo über die erwartete veränderte US-Position diskutieren, teilte die palästinensische Vertretung bei der Arabischen Liga mit.

Bundesregierung in Sorge

Sorge äußerte auch die Bundesregierung. Es gebe schon jetzt "eine gewisse Aufregung" in vielen Teilen der islamischen Welt, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. "Wir sehen es mit Sorge und großer Aufmerksamkeit." Die EU habe zum Status von Jerusalem eine einheitliche Position und er habe keinen Zweifel, dass sich daran etwas ändern werde. Nach der Rede Trumps werde die Bundesregierung erörtern, was gegebenenfalls zu tun sei.

Der britische Außenminister Boris Johnson will zunächst abwarten, was der US-Präsident bei seiner Ankündigung genau sagt. Nach Ansicht Großbritanniens solle Jerusalem Teil einer endgültigen Lösung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern sein.

Zurückhaltung in Moskau und Peking

Auch die russische Regierung will die genauen Worte Trumps abwarten. Ein Sprecher von Präsident Wladimir Putin zeigte sich aber besorgt, dass eine Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern verschärfen würde.

Zurückhaltend reagierte die chinesische Regierung. Alle Beteiligten sollen mehr für Frieden und Ruhe in der Region tun, sich vorsichtig verhalten und neue Feindseligkeiten vermeiden, sagt ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums.

Warten auf die Rede

Trump will am Abend seine Pläne zur Verlegung der US-Botschaft darlegen. Palästinensische Organisationen riefen zu dreitägigen Protesten gegen die Verlegung der US-Botschaft auf. Die palästinensische Autonomiebehörde unterstützt den Aufruf. Die radikalislamische Hamas forderte eine Mobilisierung der Palästinenser, "um alle Pläne zur Zerstörung der palästinensischen Sache zunichte zu machen".

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 06. Dezember 2017 um 14:00 Uhr.

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