Polizei sichert den Anschlagsort in Jerusalem ab. | AFP

Angriff in Jerusalem Tote und Verletzte bei Attacke am Tempelberg

Stand: 21.11.2021 17:21 Uhr

Ein Attentäter hat in Jerusalem das Feuer eröffnet und mehrere Menschen verletzt. Ein Opfer erlag seinen Schusswunden. Die israelische Polizei erschoss den Angreifer und erklärte, es handele sich um einen Palästinenser.

Bei einem Anschlag in der Altstadt von Jerusalem sind ein Mensch getötet und drei verletzt worden. Das Opfer erlag demnach im Krankenhaus seinen Wunden. Der Mann Mitte zwanzig soll jüngst aus Südafrika nach Israel eingewandert sein.

Wie die israelische Polizei mitteilte, war der Angreifer mit einer automatischen Waffe und einem Messer bewaffnet. Der Attentäter wurde von Sicherheitskräften erschossen. Es handele sich um einen Palästinenser. Der Minister für öffentliche Sicherheit, Omer Bar Lev, sagte, bei dem Schützen handele es sich um ein Mitglied des politischen Arms der Hamas aus dem Flüchtlingslager Schuafat im Osten Jerusalems.

Hamas spricht von "heroischer Operation"

Die Hamas-Organisation veröffentlichte eine Erklärung, in der sie den Vorfall als "heroische Operation" bezeichnete. Der Widerstand der Palästinenser gegen die zionistische Besatzung werde weiterhin mit allen Mitteln geführt, erklärte sie. Dies gelte so lange, bis die Besatzer von den heiligen Stätten und dem gesamten Land vertrieben seien, sagte Sprecher Abdel Latif al-Kanu. Unklar ist, ob die Hamas den Anschlag beauftragte.

Von der Europäischen Union und vielen anderen Staaten und Organsationen wird die Hamas als Terrororganisation eingestuft.

Streit um die heilige Stätte

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Es kommt im Bereich der streng bewachten Anlage immer wieder zu gewaltsamen Vorfällen.

Jerusalem, das besetzte Westjordanland und Israel waren ab Oktober 2015 monatelang Schauplatz antiisraelischer Angriffe, die zumeist von einzelnen jungen Palästinensern verübt wurden. Zuletzt hatte am Mittwoch in Jerusalem ein 16-jähriger Angreifer zwei israelische Grenzpolizisten mit einem Messer verletzt. Er wurde von den Sicherheitskräften erschossen.

Etwa 200.000 Israelis leben in Ost-Jerusalem, wo auch 300.000 Palästinenser wohnen. Der israelische Siedlungsbau in Ost-Jerusalem und dem Westjordanland ist völkerrechtlich illegal. Er wurde unter allen israelischen Regierungen seit 1967 fortgesetzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. November 2021 um 10:00 Uhr.