Ausschreitungen auf dem Jerusalemer Tempelberg | Bildquelle: AFP

Jerusalem Ausschreitungen auf dem Tempelberg

Stand: 02.06.2019 13:38 Uhr

Auf dem Tempelberg in Jerusalem haben sich Palästinenser Zusammenstöße mit der israelischen Polizei geliefert. Sie protestierten gegen jüdische Besucher und warfen Stühle sowie Steine. Daraufhin griff die Polizei ein.

Auf dem Jerusalemer Tempelberg ist es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und der israelischen Polizei gekommen. Die Unruhen brachen aus, als die Polizei jüdischen Gruppen trotz der üblichen Ramadan-Sperre den Zugang zum Plateau mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee anlässlich des "Jerusalem-Tags" gestattete.

In den vergangenen 30 Jahren hatten die Behörden Juden während der letzten zehn Tage des Fastenmonat Ramadan den Zutritt zum Tempelberg verwehrt. In diesem Jahr fällt erstmals seit Langem der "Jerusalem-Tag" mit der Erinnerung an die Eroberung der arabischen Altstadt im Sechstagekrieg 1967 durch israelische Truppen in den islamischen Ramadan.

Muslimische Gläubige auf dem Jerusalemer Tempelberg | Bildquelle: REUTERS
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Muslimische Gläubige auf dem Jerusalemer Tempelberg. In diesem Jahr fallen "Jerusalem-Tag" und die Erinnerung an die Eroberung der Altstadt in den Ramadan.

Muslime warfen Stühle und andere Gegenstände

Als etwa 120 Juden in den frühen Morgenstunden das Tempelplateau betraten, warfen Muslime Stühle, Steine und andere Gegenstände, um sie zurückzudrängen. Daraufhin griff die Polizei ein. Sie habe die Randalierer zerstreut, die sich in der Moschee versammelt hatten, und einige Personen festgenommen, heißt es in einem Polizeibericht.

Laut der Zeitung "Haaretz" setzten die Sicherheitskräfte dabei auch Gummigeschosse und andere "unruhebrechenden Mittel" ein.

Israelische Polizisten feuern Tränengas auf gewalttätige Demonstranten auf dem Jerusalemer Tempelberg | Bildquelle: REUTERS
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Israelische Sicherheitskräfte feuerten mit Tränengas. Laut Polizeibericht wurden die Randalierer zerstreut, die sich in der Al-Aksa-Moschee versammelt hatten.

Märsche jüdischer Gruppen Richtung Klagemauer

Der "Jerusalem-Tag" hatte bereits gestern mit Märschen vor allem von jüdischen Kinder- und Jugendgruppen durch die Altstadt in Richtung Klagemauer begonnen. An der Stützmauer des einstigen jüdischen Tempels sprach Bürgermeister Mosche Lion ein Gebet.

Für heute wurden zahlreiche Fahnen-Umzüge entlang der Jerusalemer Altstadt-Mauern und durch die Altstadt erwartet. Daran beteiligen sich traditionsgemäß auch viele evangelikale Christen.

Wie in den vergangenen Jahren halten viele arabische Händler ihre Geschäfte geschlossen. Höhepunkt ist am Abend erneut eine Zeremonie an der Klagemauer.

Die israelische Polizei hat ihre Sicherheitsmaßnahmen in und um Jerusalem erneut verstärkt, nachdem es am Freitag zu blutigen Anschlägen in der Jerusalemer Altstadt gekommen war. Dort hatte ein Bewohner aus der Westbank nacheinander zwei Juden mit Messerstichen schwer verletzt und war schließlich von der Polizei erschossen worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Juni 2019 um 14:00 Uhr.

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