Ein Regierungs-Kämpfer im Jemen | AFP

Erklärung Saudi-Arabiens Feuerpause im Jemen während Ramadan

Stand: 30.03.2022 10:13 Uhr

Saudi-Arabien will während des Fastenmonats Ramadan keine Militäreinsätze im Jemen durchführen. Damit sollen die Friedensverhandlungen in Riad unterstützt werden - an denen die jemenitischen Huthi-Rebellen jedoch nicht teilnehmen.

Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition gegen die Huthi-Rebellen im Jemen hat eine Waffenruhe angekündigt. Sie solle heute um 6.00 Uhr in Kraft treten, teilte die Koalition mit. Es solle ein "positives Umfeld" während des islamischen Fastenmonats Ramadan geschaffen werden, um auf einen Frieden hinzuarbeiten. Zugleich solle damit politischen Verhandlungen geholfen werden.Wie lange die Waffenruhe dauern soll, wurde nicht mitgeteilt. Andere Waffenruhen, die von der Koalition in den vergangenen zwei Jahren einseitig ausgerufen wurden, sind gescheitert.

Die Vereinten Nationen begrüßten den Vorstoß. Nun sollten alle Parteien sich auf Friedensverhandlungen ohne Vorbedingungen einlassen, erklärte ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres.

Verhandlungen in Riad - ohne Huthis

Derzeit treffen sich in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad Vertreter der international anerkannten jemenitischen Regierung, der USA und der UN unter der Schirmherrschaft des Golfkooperationsrates, dem sechs Länder auf der Arabischen Halbinsel angehören, zu Verhandlungen. Die Huthis nehmen jedoch nicht an den Gesprächen teil, weil der Veranstaltungsort im Land ihres Feindes ist.

Auch Huthis rufen Waffenruhe aus

Die Huthi-Rebellen hatten am Wochenende eine dreitägige Waffenruhe ausgerufen und einen dauerhaften Waffenstillstand angeboten. "Wir sind bereit, den dreitägigen Waffenstillstand in eine endgültige und dauerhafte Verpflichtung umzuwandeln", sagte Rebellenführer Mahdi al-Maschat. Saudi-Arabien müsse dafür "die Belagerung beenden und seine Angriffe auf den Jemen ein für alle Mal einstellen". Zuvor hatten die Rebellen mehrere Ziele in Saudi-Arabien angegriffen, darunter auch eine Öl-Anlage nahe der Formel-1-Rennstrecke in Dschiddah - die Saudi-Arabien wiederum mit Gegenangriffen beantwortete.

Der Iran, der die Huthis unterstützt, hatte die von den Huthis angebotene Waffenruhe als "starke Botschaft" bezeichnet. Der vorübergehende Waffenstillstand könne eine gute Grundlage für die Beendigung des derzeitigen Krieges sein, erklärte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums.

"Die schlimmste humanitäre Krise der Welt"

Die Huthi-Rebellen hatten 2014 weite Teile des Jemen erobert, darunter die Hauptstadt Sanaa. Saudi-Arabien führt seit 2015 mit anderen Ländern und der international anerkannten Regierung einen Militäreinsatz gegen die Huthis. Das sunnitische Saudi-Arabien sieht in ihnen einen Verbündeten seines schiitischen Erzfeindes Iran. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben bereits rund 380.000 Menschen getötet, Millionen weitere mussten flüchten. Es herrscht eine gefährliche Hungersnot, die vor allem die Schwächsten trifft: Etwa zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren sind laut UN mangelernährt. Die UN sprechen von der größten humanitären Katastrophe weltweit.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. März 2022 um 09:50 Uhr.