Karte: Jemen

Rebellenoffensive im Jemen Huthis sprechen von Hunderten Gefangenen

Stand: 28.09.2019 21:00 Uhr

Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben nahe der Grenze zu Saudi-Arabien eine Großoffensive gestartet. Beim "größten Einsatz" seit Beginn des Bürgerkrieges vor fünf Jahren sollen Hunderte Soldaten festgesetzt worden sein.

Die Huthi-Rebellen haben im Jemen eigenen Angaben zufolge Hunderte Soldaten bei einer großangelegten Offensive gefangen genommen. Bei dem Einsatz in der Provinz Nadschran nahe der Grenze zu Saudi-Arabien hätten sie auch viele Waffen und Armeefahrzeuge erobert, erklärte der Huthi-Militärsprecher Jahia Sari laut einem Bericht des Rebellen-nahen Fernsehsenders Al-Masirah. Dabei gehe es um Truppen und Ausrüstung von drei "feindlichen Militärbrigaden". Auch mehrere Offiziere sollen sich demnach unter den Festgehaltenen befinden.

Die Offensive der Huthis habe ihren Anfang bereits vor 72 Stunden genommen. "Dies ist der größte Einsatz seit Beginn der Gewalt gegen unser Land", sagte Sari, ohne Details zu nennen. Unabhängig bestätigen ließen sich die Angaben der Rebellen nicht. Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis, das im Jemen gegen die Huthis kämpft, äußerte sich dazu noch nicht.

Rauch steigt über der brennenden Ölanlage in Saudi-Arabien auf | Bildquelle: AP
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Die Huthi-Rebellen haben auch den Angriff auf saudische Ölanlagen Mitte September für sich reklamiert.

Spannungen mit Saudi-Arabien nehmen zu

Im Jemen tobt seit Ende 2014 ein Konflikt, der das bitterarme Land nach UN-Angaben in die aktuell schwerste humanitäre Krise weltweit gestürzt hat. Saudi-Arabien war im Frühjahr 2015 mit anderen arabischen Staaten in den Krieg im südlichen Nachbarland eingetreten. Das sunnitische Königreich will den Einfluss seines schiitischen Erzrivalen Iran, der die Huthis unterstützt, zurückdrängen.

In den vergangenen Wochen hatten die Spannungen dort deutlich zugenommen. Mitte September waren wichtige Ölanlagen Saudi-Arabiens mit Drohnen angegriffen und zerstört worden. Die Ölproduktion des Königreichs musste daraufhin vorübergehend deutlich gedrosselt werden. Die Huthis reklamierten die jüngsten Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien für sich. Das Königreich und Vertreter der verbündeten US-Regierung machen dagegen den Iran dafür verantwortlich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. September 2019 um 23:00 Uhr.

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