Die Hafenstadt Hodeida im Jemen | Bildquelle: REUTERS

Krieg im Jemen Huthis verlassen Hafenstadt Hodeida

Stand: 11.05.2019 15:42 Uhr

Im Jemen haben die Huthi-Rebellen den Abzug aus der Hafenstadt Hodeida eingeleitet. Der Hafen spielt eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung. Es ist der erste Schritt zur Umsetzung einer Feuerpause.

Die schiitischen Huthis im Jemen haben nach eigenen Angaben mit dem Abzug aus der strategisch wichtigen Hafenstadt Hodaida begonnen. Zusätzlich sei der Rückzug aus den Häfen Salif und Ras Issa eingeleitet worden, sagte der Chef des Obersten Revolutionären Rats, Mohammed Ali al-Huthi.

Ein von den Huthi-Rebellen betriebener Fernsehsender meldete, UN-Beobachter überwachten den Abzug. Augenzeugen in Salif bestätigten der Nachrichtenagentur Reuters den Beginn des Abzugs.

Erster Schritt zur Umsetzung der Feuerpause

Im Dezember hatten die Konfliktparteien im Jemen unter der Vermittlung der Vereinten Nationen eine Waffenruhe vereinbart. Danach, so heißt es in der vagen Formulierung, sollen "lokale Mächte" die Kontrolle vor Ort übernehmen, um vor allem regelmäßige Hilfslieferungen in das Bürgerkriegsland zu ermöglichen.

Der Rückzug der schiitischen Huthis aus den drei Häfen sei der erste Schritt zur Umsetzung der Feuerpause, hatte der Chef des UN-Überwachungseinsatzes, Michael Lollesgaard, am Freitag gesagt. Danach seien die Huthis zu einer vollständigen Umstrukturierung ihrer Einheiten verpflichtet. Der Prozess soll drei Tage in Anspruch nehmen. Die Umsetzung des Abkommens sei von entscheidender Bedeutung, um Zugang in das Land zu bekommen und so Leben zu retten.

Zentrale Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung

Laut UN sind zehn Millionen Menschen im Jemen vom Hungertod bedroht. Tausende Menschen sind bereits an Unterernährung, Epidemien und eigentlich vermeidbaren Erkrankungen gestorben. Rund 80 Prozent der Bevölkerung benötigen dringend Hilfe. Hodeida spielt bei der Versorgung eine zentrale Rolle. Über den Hafen laufen 70 Prozent der Importe und humanitären Hilfe.

Der Jemen ist eines der ärmsten Länder der arabischen Welt und leidet seit 2014 unter dem Konflikt zwischen den von Saudi-Arabien unterstützten Truppen und den vom saudischen Erzrivalen Iran geförderten Huthi-Rebellen. Diese halten seit fast fünf Jahren große Teile des Nordjemens besetzt.

Huthi-Rebellen wollen sich offenbar aus drei Hafenstädten zurückziehen
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
11.05.2019 17:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Mai 2019 um 14:00 Uhr.

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