Ein ausgebranntes Auto, das nach Angaben von Anwohnern bei dem Luftangriff nahe Hodeida zerstört worden sein soll. | Bildquelle: AFP

Jemen Zivilisten bei Luftangriff getötet

Stand: 25.10.2018 11:08 Uhr

Bei einem schweren Luftangriff der von Saudi-Arabien geführten Koalition im Jemen sind nach Angaben der Rebellen viele Zivilisten getötet worden. Demnach wurde eine Menschenmenge nahe der Stadt Hodeida bombardiert.

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition im Jemen hat nach Angaben der Huthi-Rebellen eine Menschenmenge im Ort Bait Al-Fakih im Westen des Landes bombardiert. Dabei kamen dem jemenitischen Gesundheitsministerium zufolge viele Zivilisten ums Leben.

Über die Zahl der Opfer gibt es widersprüchliche Angaben: Das Gesundheitsministerium sprach von 21 Getöteten, lokale Medien von 19. Der Direktor des Krankenhauses von Al-Fakih bestätigte, dass es sich bei allen Opfern um Zivilisten handle.

Mitglieder der jemenitischen Sicherheitskräfte bestätigten den Angriff und erklärten, das eigentliche Ziel sei unbekannt. Der bombardierte Ort liegt nahe der strategisch wichtigen Hafenstadt Hodeida, die seit langem schwer umkämpft ist.

UN gehen von 28.000 Toten im Jemen-Krieg aus

Kampfflugzeuge der saudisch geführten Militärkoalition trafen bereits in der Vergangenheit zivile Ziele, darunter Hochzeitsgesellschaften, Trauerfeiern, Wohnhäuser und Krankenhäuser. Die Koalition griff 2015 in den Bürgerkrieg im Jemen ein, um die Regierung im Kampf gegen die Huthi-Rebellen zu unterstützen. Diese kontrollieren große Teile des Landes auf der arabischen Halbinsel.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) sind in dem Krieg seit 2014 mehr als 28.000 Menschen ums Leben gekommen, darunter 10.000 Zivilisten.

Die UN hatten vor einer Woche vor einer verheerenden Hungersnot im bettelarmen Jemen gewarnt, von dem bald 14 Millionen Menschen betroffen sein könnten - das ist die Hälfte aller Einwohner.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 25. Oktober 2018 um 12:00 Uhr.

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