Ein Kämpfer der Separatisten hält eine Flagge.  | Bildquelle: NAJEEB ALMAHBOOBI/EPA-EFE/REX

Kämpfe in Aden Separatisten erobern Präsidialpalast

Stand: 10.08.2019 23:01 Uhr

Im Jemen haben Separatisten nach eigenen Angaben den Präsidentenpalast in der Übergangshauptstadt Aden erobert - offenbar ohne große Gegenwehr. Dennoch gab es bei Gefechten in der Stadt Dutzende Tote.

Im Jemen sind bei Gefechten zwischen Truppen der Regierung und den Separatisten im Süden des Landes mindestens 30 Menschen getötet worden. Dutzende weitere seien verletzt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus ärztlichen Kreisen. Die Todeszahl werde angesichts der schweren Verletzungen vermutlich noch ansteigen.

In Aden kommt es seit Tagen zu verstärkten Kämpfen zwischen Truppen der international anerkannten Regierung und den Separatisten vom sogenannten südlichen Übergangsrat (STC). Diese wollen sich vom Nordjemen abspalten und einen eigenen Staat gründen.

Kaum Widerstand

Nach Angaben der Separatisten eroberten diese bis zum Abend den Präsidialpalast, in dem auch Regierungsbüros untergebracht sind. Beim Vorrücken stießen sie auf keinen Widerstand, da die Garde den Komplex kampflos geräumt hatte, wie einheimische Quellen berichteten. Einige der Gardisten seien sogar zum STC übergelaufen, hieß es. Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die meisten seiner Minister arbeiten Berichten zufolge allerdings aus Riad in Saudi-Arabien.

Luftangriffe im Jemen nach Erfolgen von Seperatisten
tagesschau 17:15 Uhr, 11.08.2019, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Die Anhänger des STC gaben an, dass sie mehrere Lager der Präsidentengarde eingenommen hätten. Eine unabhängige Bestätigung für die Berichte gab es zunächst nicht.

Der STC wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) unterstützt, die Regierungstruppen haben dagegen den Rückhalt Saudi-Arabiens. Der Bruch Saudi-Arabiens und der VAE, die die Huthi-Rebellen eigentlich gemeinsam bekämpfen, wird im jemenitischen Bürgerkrieg zunehmend deutlich.

Drohne abgefangen

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis hatte zuvor erklärt, erneut eine Drohne der Huthi-Rebellen abgefangen zu haben. Die Drohne habe die saudische Stadt Chamis Muschait nahe der jemenitischen Grenze als Ziel gehabt, berichteten saudische Medien am Samstag. Die Huthis erklärten zudem, einen Flughafen in der saudischen Stadt Abha mit Drohnen angegriffen zu haben

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. August 2019 um 23:00 Uhr in den Nachrichten.

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