Abdankungszeremonie Kaiser Akihito | Bildquelle: AFP

Kaiser Akihito dankt ab Ende der Ära "Frieden schaffen"

Stand: 30.04.2019 10:43 Uhr

Japan vollzieht eine Zeitenwende: Erstmals seit 200 Jahren hat ein Kaiser abgedankt und den Thron für seinen Sohn freigemacht. Tenno Akihito wird vor allem als Friedensstifter in Erinnerung bleiben.

Japans Kaiser Akihito hat offiziell abgedankt. Während einer kurzen Zeremonie erklärte er seinen Thronverzicht. Der 85-Jährige sagte in einer Ansprache, er habe seine 30-jährige Herrschaft mit "tiefem Respekt und mit Liebe für das Volk" ausgeübt. "Das war ein großer Segen." Er danke dem japanischen Volk "von Herzen", dass es ihn als "Symbol des Staates akzeptiert und unterstützt" habe.

An der Zeremonie nahmen mehr als 300 Menschen teil, darunter neben Mitgliedern der Kaiserfamilie auch Vertreter von Japans Regierung und Parlament, hochrangige Richter und regionale Regierungschefs. Die Öffentlichkeit blieb ausgeschlossen.

Regierungschef Shinzo Abe würdigte das Wirken des Kaiserpaars. Akihito und seine Frau Michiko hätten den Japanern "Mut und Hoffnung" gespendet insbesondere in schweren Zeiten. "Seine Majestät hat die Verantwortung als Symbol Japans erfüllt", sagte Abe.

Japans Kaiser Akihito dankt zugunsten seines Sohnes ab
Tagesschau 16:00 Uhr, 30.04.2019, Uwe Schwering, ARD Tokio

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Der Thronfolger ist 59 Jahre alt

Es ist das erste Mal seit rund 200 Jahren in der ältesten Erbmonarchie der Welt, dass ein Kaiser zu seinen Lebzeiten abdankt. Morgen besteigt dann Akihitos ältester Sohn, der 59-jährige Kronprinz Naruhito den Thron. Naruhito wird die kaiserlichen Insignien erben, das Schwert und den Juwel. Außerdem bekommt er die kaiserlichen Siegel.

2016 hatte Akihito sein Land in Aufregung versetzt, als er seinen Wunsch verkündete, sich von seinen Kaiserpflichten zurückzuziehen. Als Grund nannte er sein hohes Alter und seine angeschlagene Gesundheit. Eine Abdankung des Kaisers aber war in Japans Nachkriegsverfassung nicht vorgesehen. Deshalb mussten eigens ein Gesetz verabschiedet und das Verfahren festgelegt werden.

Mit der Abdankung von Kaiser Akihito endet in Japan auch eine Ära: Nach "Heisei", was mit "Frieden schaffen" übersetzt werden kann, gilt ab Mittwoch "Reiwa", die Ära der "schönen Harmonie". 

Trotz nasskalten Wetters und Zutrittsverbots standen bereits Stunden vor der Abdankungszeremonie viele Menschen vor dem Palast. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch, Tausende Polizisten sind im Einsatz.

Akihito, der seit 1989 im Amt war, hatte seine Amtszeit dem Ziel gewidmet, Wiedergutmachung für Kriegsopfer aus der Ära seines Vaters zu leisten. Zudem wird ihm zugute gehalten, die oft als abgehoben kritisierte Monarchie dem Volk näher gebracht zu haben.

Selfie vor dem Königspalast - viele Japaner harrten stundenlang im Regen aus, um der Abdankungszeremonie beizuwohnen. | Bildquelle: KIMIMASA MAYAMA/EPA-EFE/REX
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Selfie vor dem Königspalast - viele Japaner harrten stundenlang im Regen aus, um der Abdankungszeremonie beizuwohnen.

Akihito, der Friedenskaiser

In kürzlich veröffentlichten Umfragen drückten 80 Prozent der Bevölkerung ihre Unterstützung für die kaiserliche Familie aus. Derartiger Respekt geht auch auf seine Rolle als Friedensstifter zurück. Akihito ist der erste japanische Kaiser, in dessen Ära es keinen Krieg gab.

Zwar vermied er offene Entschuldigungen, drückte sein Bedauern über den Zweiten Weltkrieg aber in sorgfältig geschriebenen Mitteilungen und bei Reisen nach China, auf die Philippinen und andere Inseln aus, die von Japan eingenommen worden waren.

Unter Akihitos Regentschaft fiel auch der Tsunami 2011, ein Erdbeben in Kobe 1995 und der Nervengasangriff in der U-Bahn in Tokio im gleichen Jahr, der das Sicherheitsgefühl und die Zuversicht vieler Japaner erschüttert hatte.

Akihito wird nach seiner Abdankung Kaiser emeritus sein und keine öffentlichen Verpflichtungen mehr haben. Er wird auch nicht zur Thronbesteigung seines Sohnes kommen, um den neuen Kaiser nicht zu stören. Stattdessen wird er wohl seinen Ruhestand genießen - zum Beispiel in einer kaiserlichen Villa am Meer, wo er sich dem Studium von Barschen widmet.

Kaiser Akihito hat abgedankt
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
30.04.2019 12:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. April 2019 um 12:00 Uhr.

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