Ein japanisches P3-C "Orion" Aufklärungsflugzeug passiert einen Tanker. (Archivbild) | Bildquelle: REUTERS

Schutz von Handelsschiffen Japanische Soldaten für Nahost

Stand: 27.12.2019 09:12 Uhr

Japan ist von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängig. Deshalb sollen japanische Soldaten dorthin entsendet werden, um Handelsschiffe zu schützen. Gleichzeitig will Japan die iranische Regierung nicht verärgern.

Die japanische Regierung hat die umstrittene Entsendung von Soldaten in den Nahen Osten erlaubt. Ein mit Hubschraubern ausgerüstetes Kriegsschiff und landgestützte Aufklärungsflugzeuge sollen den Golf von Oman, das Arabische Meer und in die Meeresstraße Bab el-Mandab überwachen. Die Flugzeuge sollen bereits im Januar, das Kriegsschiff vermutlich im Februar mit der Mission beginnen.

Der Einsatz wurde vom Kabinett in Tokio zunächst auf ein Jahr begrenzt und bedeutet keine Beteiligung am Einsatz einer US-geführten Koalition in der Straße von Hormus. Damit möchte Japan seine traditionell guten Beziehungen zu Teheran erhalten. Man werde verstärkt als Vermittler zwischen den USA und Iran auftreten und eine größere Rolle bei Bemühungen um Stabilität in der Region spielen, betonten japanische Regierungsvertreter.

Die Entsendung japanischer Soldaten ist politisch heikel, weil das asiatische Land nach dem Zweiten Weltkrieg eine pazifistische Verfassung einführte. In den vergangenen Jahren hat Ministerpräsident Shinzo Abe die militärische Rolle Japans aber allmählich ausgebaut.

Viel Erdöl aus dem Nahen Osten

Japan ist massiv auf Energieimporte aus dem Nahen Osten angewiesen. Zwischen 80 und 90 Prozent seines Ölbedarfs deckt das ressourcenarme Land durch Lieferungen aus der Region. Im Juni war der von Japan betriebene Tanker "Kokuka Courageous" im Golf von Oman angegriffen worden. Washington machte den Iran dafür verantwortlich und drängte Japan, sich dem US-Militäreinsatz anzuschließen. Die iranische Regierung wies die Vorwürfe zurück.

Deutsche Marine nicht dabei

Die USA wollen mit der Marinemission "Sentinel" (Wächter) weitere Angriffe auf die Handelsschifffahrt verhindern. Nach Angaben der US-Armee sind daran Großbritannien, Australien, Albanien, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain beteiligt. Die Bundesregierung lehnte eine Zusammenarbeit im Sommer mit der Begründung ab, dass die US-Strategie des "maximalen Drucks" auf den Iran falsch sei.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Dezember 2019 um 09:00 Uhr.

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