Schlepper bugsieren den Träger "Izumo" im Hafen von Yokosuka (Archivbild vom 1. Mai 2017) | Bildquelle: dpa

Milliarden für das Militär Japan rüstet auf

Stand: 18.12.2018 10:54 Uhr

Japan ist laut Verfassung dem Pazifismus verpflichtet. Doch Premier Abe sieht sein Land bedroht, will das Militär massiv aufrüsten. Kampfjets sollen auf einem umgebauten Kriegsschiff stationiert werden.

Japan will mehr Geld für sein Militär ausgeben. Das Kabinett beschloss ein Verteidigungsbudget, das Ausgaben von rund 211 Milliarden Euro in fünf Jahren vorsieht - ein neuer Rekord. Neben Investitionen in das Waffenarsenal will Japan sein Kriegsschiff "Izumo" so umbauen, dass darauf zehn F-35B-Tarnkappenjäger stationiert werden können.

Der Zerstörer ist bisher nur für den Transport von 14 Helikoptern ausgelegt. Wie teuer der Umbau der 250 Meter langen "Izumo" wird, behielt die Regierung von Premier Shinzo Abe für sich. Für den künftigen Gebrauch will Japan 147 Tarnkappenbomber kaufen.

Japans Premier Abe bei einer Pressekonferenz | Bildquelle: KIMIMASA MAYAMA/EPA-EFE/REX/Shut
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Japans Premier Abe will das Militär massiv stärken.

Pazifistische Aufrüstung?

Kritiker weisen darauf hin, dass ein Flugzeugträger Japan mit einer Schlagkraft ausstatten würde, die gegen die pazifistische Verfassung des Landes verstoße.

Das japanische Militär argumentiert, das Land brauche stärkere Mittel der Abschreckung, um sich gegen mögliche Bedrohungen durch Nordkorea und China behaupten zu können. Ein Verstoß gegen die pazifistische Verfassung liege nicht vor. Die Kampfflugzeuge würden nicht ständig auf dem Schiff stationiert werden, deshalb sei der Einsatz des Schiffes auch defensiver Art, argumentierte Japans Verteidigungsminister Takeshi Iwaya.

Japan fühlt sich von China bedroht

Ministerpräsident Abe arbeitet seit Jahren an einer größeren Rolle für das eigene Militär. Bereits 2015 hatte sich Japan unter ihm von der bislang rein defensiven Ausrichtung des Staates verabschiedet. Die Regierung setzte damals umstrittene Sicherheitsgesetze in Kraft. Damit erhielt Japan das Recht zur "kollektiven Selbstverteidigung". Das Land darf in Konflikten an der Seite von Verbündeten wie den USA kämpfen, selbst wenn die 127-Millionen-Einwohner-Nation nicht direkt angegriffen wird.

Die Regierung bekräftigte, Japan werde auch weiterhin eine ausschließlich auf Verteidigung ausgerichtete Politik betreiben. Chinas militärische Aktivitäten im ostchinesischen Meer und anderen Gewässer seien jedoch Grund zu großer Sorge in der Region, hieß es.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Dezember 2018 um 10:00 Uhr.

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