Japans Verteidigungsminister Onodera spricht auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur | Bildquelle: AFP

Nordkorea-Konflikt Japan bleibt misstrauisch

Stand: 02.06.2018 11:08 Uhr

Japan und Südkorea sind sich bei ihrer Einschätzung des Nordkorea-Konflikts nicht einig. Während Südkorea optimistisch auf den Annäherungsprozess blickt, mahnt Japans Verteidigungsminister zur Vorsicht.

Der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera hat die Weltgemeinschaft ermahnt, an Sanktionen gegen Nordkorea festzuhalten. Das Land habe sich in der Vergangenheit nicht an Vereinbarungen gehalten, warnte Onodera auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur. Daher sei es notwendig, Nordkorea weiter im Blick zu behalten.

Gesprächsbereitschaft ist Japan nicht genug

Onodera erinnerte an eine Zusage Nordkoreas im Jahr 1994, dem Streben nach Atomwaffen abzuschwören. Doch habe die Regierung in Pjöngjang im Geheimen weiter an deren Entwicklung gearbeitet und Nachbarländer im vergangenen Jahr mit einer Serie von ballistischen Raketenstarts bedroht.

Aufgrund früherer Erfahrungen sei es daher wichtig, nicht nur die Gesprächsbereitschaft Nordkoreas zu honorieren. Der einzige Weg zum Frieden für die Koreanische Halbinsel sei es, eine "komplette, nachprüfbare und unumkehrbare Demontage" all seiner Atom- und Raketenprogramme sicherzustellen, mahnte Onodera.

Südkorea setzt auf Dialog

Südkoreas Verteidigungsminister Moo | Bildquelle: dpa
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Südkoreas Verteidigungsminister Moo warb dafür, den Dialog mit dem Norden nicht zu gefährden.

Sein südkoreanischer Amtskollege Song Young Moo warb dagegen für einen Vertrauensvorschuss für Nordkorea. Südkorea setze vor allem auf Dialog im Streit mit dem Nachbarn. Es gebe keinen Grund für Zweifel daran, dass es Nordkorea diesmal ernst meine. "Nur weil wir in der Vergangenheit von Nordkorea ausgetrickst wurden, ist dies keine Garantie, dass wir in der Zukunft ausgetrickst werden", sagte er.

Wenn man die Motive von Machthaber Kim Jong Un infrage stelle, behindere das den Dialog und den Fortschritt bei den Gesprächen. Es gebe Differenzen über das Ausmaß der Denuklearisierung Nordkoreas, sagte der Minister. Der Fokus dürfe nicht nur auf den Meinungsverschiedenheiten liegen.

Südkoreas Regierungssprecher Kim Eui Kyeom zeigte sich ebenfalls zufrieden mit der Annäherung. Der "Pfad hin zu einem Gipfel von Nordkorea und den USA ist breiter und stärker geworden", erklärte er. Südkorea blicke dem Treffen zwischen Trump und Kim in Singapur "mit Spannung, aber auch mit Geduld" freudig entgegen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Juni 2018 um 11:15 Uhr.

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