Schwere Überschwemmungen in Japan | AFP

Südwesten Japans Viele Tote bei heftigen Unwettern

Stand: 04.07.2020 17:00 Uhr

Schwere Regenfälle haben im Südwesten Japans Tod und Zerstörung gebracht. Bei Überschwemmungen und Erdrutschen starben vermutlich mindestens 19 Menschen, einige werden noch vermisst. Die Regierung entsendet das Militär.

Auf Japans südwestlicher Hauptinsel Kyushu haben schwere Unwetter mit heftigen Regenfällen für katastrophale Zustände gesorgt. Überschwemmungen und Erdrutsche rissen Bäume, Häuser und ganze Straßenzüge mit sich. Aus den besonders betroffenen Provinzen Kumamoto und Kagoshima werden mehrere Tote gemeldet, sieben Personen werden noch vermisst.

Hunderttausende in Notunterkünften - trotz Corona

Die Behörden haben mehr als 200.000 Menschen aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen und sich in Schutzräumen in Sicherheit zu bringen. In den Notlagern müssen gleichzeitig Vorkehrungen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus getroffen werden.

Luftaufnahmen im japanischen Staatsfernsehen zeigen Wohngebiete, die metertief in Schlamm und Wasser versunken sind. In oberen Stockwerken machen Bewohner Rettungshubschrauber auf sich aufmerksam, indem sie mit weißen Tüchern winken. Einige sind auf Dächer geklettert und müssen nun an Seilen in den Helikopter gelangen. Auch Schlauchboote sind in den überfluteten Straßen im Einsatz. Augenzeugen berichten, die Luft rieche nach Gas, das aus zerstörten Leitungen austritt, und nach Abwasser.

Militär im Einsatz, Warnung vor weiteren Unwettern

Einige Orte sind komplett von der Außenwelt abgeschnitten, zu den Bewohnern gibt es keinen Kontakt. Tausende Haushalte sind ohne Strom, und auch das Mobilfunknetz brach zeitweise zusammen. Japans Regierungschef Shinzo Abe erklärte bei einer Notfallsitzung, 10.000 Soldaten würden in die Katastrophenregion entsandt, um den Einsatzkräften zu helfen.

Dort, wo das Wasser bereits zurückging, wird das Ausmaß der Schäden sichtbar: verwüstete Häuser, in denen der Schlamm meterhoch steht, weggeschwemmte und zerstörte Autos und Bäume. Doch Experten geben noch keine Entwarnung: Nach Angaben der Meteorologischen Behörde Japans drohen weitere heftige Regenfälle, diesmal auch im Westen des Landes. Es gilt die höchste Warnstufe.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. Juli 2020 um 16:15 Uhr.