Eine Mitarbeiterin steht in einer leeren Abflughalle des internationalen Flughafens Haneda in Tokio. | AFP

Corona-Variante Omikron Japaner begrüßen Grenzschließung

Stand: 30.11.2021 11:32 Uhr

Seit Mitternacht hat Japan seine Grenzen für Ausländer wegen der sich ausbreitenden Corona-Variante Omikron geschlossen. Beim Volk kommt die Führungsstärke des neuen Regierungschefs Kishida offenbar gut an.

Von Katrin Erdmann, ARD-Studio Tokio

Es hat durchaus etwas von Ironie: Japan schließt seine Grenzen wegen der Omikron-Variante und muss am selben Tag zugestehen: es verzeichnet selbst den ersten Fall im Land. Ein Mann aus Namibia wurde positiv auf das Virus getestet.

Kathrin Erdmann ARD-Studio Tokio

Dass ihr neuer Regierungschef Fumio Kishida so beherzt reagiert hat und ganz schnell entschieden hat, kommt bei vielen Bürgern gut an. "Das wird zwar wirtschaftliche Auswirkungen haben, aber gerade für uns ältere Menschen ist das der richtige Weg", sagt eine Rentnerin.

Regierung unterstützt Inlandsreisen

Natürlich ist es auch der richtige Weg, um Wählerinnen und Wähler bei der Stange zu halten. Eine zögerliche Führung, das konnte man an Kishidas Vorgänger sehen, mögen die Japaner gar nicht gern. Auch wenn die Grenzen die vergangenen zwei Jahre im Prinzip geschlossen waren und die Infektionen im Sommer zuletzt durch die Japaner selbst in die Höhe geschnellt waren, sagt eine Frau einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters: "Ich habe schon ein bisschen Angst vor der neuen Variante. Aber jetzt durch die Maßnahmen der Regierung fühle ich mich schon sicher und kann dann auch quer durch Japan reisen."

Und das auch, so die Pläne der Regierung, schon bald wieder mit satter Unterstützung des Staates: Anfang des Jahres soll die umstrittene sogenannte Go-To-Travel-Kampagne wiederbelebt werden, obwohl sie vor einigen Monaten die Infektionszahlen nach oben getrieben hatte.

Einige kritisieren Abschottung als Rassismus

Derzeit allerdings hat Japan, vor allem dank hoher Impfquote, Ruhe und kaum neue Fälle zu verzeichnen. Nur Japanerinnen und Japaner sowie Ausländer mit Langzeitaufenthalt dürfen derzeit ins Land - und müssen dann, je nach Herkunft, für drei bis sechs Tage erst in Hotel- und dann in Haus-Quarantäne. Der Impfstatus spielt keine Rolle.

Für all jene Studierende und Geschäftsleute, die sich gerade erst über eine kleine Öffnung Japans nach fast zwei Jahren gefreut hatten, sind die jüngsten Nachrichten ein schwerer Rückschlag. In den sozialen Medien kritisieren sie die erneute Abschottung, manche sprechen gar von Rassismus.

Über dieses Thema berichtete BR24 im Hörfunk am 30. November 2021 um 12:35 Uhr.