James Webb, Nachfolger von Hubble

Hubble-Nachfolger immer teurer NASA verrechnet sich bei James-Webb-Teleskop

Stand: 11.11.2010 19:54 Uhr

Die NASA hat sich gründlich verkalkuliert: Ihr neues mit allen technischen Schikanen ausgerüstetes Teleskop James Webb wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Der "Hubble"-Nachfolger soll nun rund 1,5 Milliarden Dollar mehr kosten als bisher im Etat eingeplant.

Von Anna Engelke, NDR-Hörfunkkorrespondentin Washington

Die NASA hat offensichtlich wesentlich bessere Wissenschaftler als Kostenrechner. Denn, dass der Nachfolger des Weltraum-Teleskops Hubble nun 1,5 Milliarden Dollar teurer wird, hat damit zu tun, dass die NASA bei ihrer Berechnung wesentliche Kosten schlicht vergessen hat. Technisch ist das neue Teleskop mit dem Namen James Webb in Ordnung, versichert die US-Weltraumbehörde. Eine unabhängige Arbeitsgruppe innerhalb der NASA hat die Fehlkalkulation entdeckt.

James Webb, Nachfolger von Hubble

James Webb, Nachfolger von Hubble

Schon ohne diesen Rechenfehler waren die Kosten für den Hubble-Nachfolger von 3,5 Milliarden auf fünf Milliarden Dollar gestiegen. Mit den bisher vergessenen 1,5 Milliarden wird James Webb mindestens 6,5 Milliarden Dollar kosten. Geld, das die NASA nicht hat. Damit das Teleskop wie geplant im Juni 2014 in den Weltraum gebracht werden kann, müsste die NASA in den nächsten zwei Jahren zusätzlich 500 Millionen Dollar aufbringen.

Ob der Kongress angesichts des ohnehin schon riesigen Haushaltsdefizits in den USA das Geld für die Weltraumbehörde bewilligen wird, ist fraglich. Als Folge könnte sich der Start des Teleskops James Webb um 15 Monate oder sogar noch länger verzögern, heißt es in dem NASA-Untersuchungsbericht. Neben den Amerikanern sind auch Kanadier und Europäer an dem Projekt beteiligt. So soll eine Ariane-Rakete der Europäischen Raumfahrtagentur ESA das neue Teleskop ins All befördern.