Mitten auf dem Ärmelkanal streiten französische und britische Boote um die Jakobsmuscheln. | Bildquelle: dpa

Ärmelkanal Der Kampf um die Jakobsmuschel

Stand: 05.09.2018 18:07 Uhr

In den vergangenen Wochen ist der Konflikt zwischen französischen und britischen Fischern eskaliert: Im Ärmelkanal liefern sie sich einen erbitterten Streit - um Fangauflagen für Jakobsmuscheln.

Immer wieder in den vergangenen Wochen lieferten sich französische und britische Jakobsmuschel-Fischer harte Auseinandersetzungen auf dem Ärmelkanal: Während in Frankreich noch bis zum 1. Oktober eine Schonfrist für Jakobsmuscheln gilt, dürfen britische Fischer schon fangen. Bei einem Treffen von Vertretern des französischen und des britischen Fischereiverbandes soll nun eine Lösung gefunden werden.

Bereits vor Beginn des Treffens machten französische Fischer ihren britischen Kollegen ein Friedensangebot: Der Präsident des normannischen Fischereiverbands, Dimitri Rogoff sagte der Nachrichtenagentur AFP, er wolle gleiche Fangrechte für alle. "Ich mache ihnen ein Friedensangebot", erklärte Rogoff an die britischen Fischer gewandt: "Wir teilen alles und es gibt keine Geschichten mehr." Rogoff beklagte, die Briten hätten zuletzt "zum Nachteil der Franzosen" 35.000 Tonnen Jakobsmuscheln aus dem Ärmelkanal gefischt, die Franzosen aber nur 30.000 Tonnen.

Britische und Französische Fischer kämpfen um die Jakobsmuscheln
tagesschau 12:00 Uhr, Gabor Halasz, NDR London

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Marine steht zum Eingreifen bereit

Mike Park vom schottischen Verband Scottish White Fish Producers Association sagte vor dem Krisentreffen im Landwirtschaftsministerium in London, es sei "wirklich schwierig, optimistisch zu sein". Die Franzosen müssten selbst auch Zugeständnisse machen, statt nur Forderungen zu erheben.

Die Stimmung ist auch durch Äußerungen aus dem französischen Landwirtschaftsministerium aufgeheizt: Dieses hatte erklärt, bei neuen Scharmützeln stehe die Marine zum Eingreifen bereit.

"Wir verurteilen das, was auf dem Ärmelkanal passiert ist"

In der vergangenen Woche war der Streit auf dem Ärmelkanal eskaliert. Mehr als 40 kleine französische Fischerboote hatten versucht, ihre britischen Kollegen vom Jakobsmuschel-Fang abzuhalten. Auf dem Ärmelkanal wurde geschrien, gepöbelt, Boote wurden gerammt.

Nach der heftigen Auseinandersetzung schaltete sich Frankreichs Landwirtschaftsminister Stépahne Travert ein: "Ich habe mich mit meinem britischen Kollegen verständigt, und wir verurteilen das, was auf dem Ärmelkanal passiert ist. Sie haben die erschreckenden Bilder gesehen."

Französische Fischer fürchten um ihren Ertrag

Bei dem Streit zwischen den beiden Parteien geht es um Fangquoten und Fangauflagen für die teuren Jakobsmuscheln. In Frankreich gilt eine Schonfrist für Jakobsmuscheln, damit sich der Bestand regenerieren kann. Französische Fischer dürfen sie nur in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 15. Mai fangen.

Für Briten gilt eine solche Regelung in den internationalen Gewässern nicht. Außerdem fischen sie mit wesentlich größeren Booten als die Franzosen. Die französischen Fischer fürchten um ihren Ertrag.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Verträge zwischen Frankreich und Großbritannien, um den Jakobsmuschel-Fang zu regeln. In diesem Jahr ist dieser Vertrag bisher nicht zu Stande gekommen, weshalb die britischen Boote bereits auf dem Ärmelkanal Jakobsmuscheln fischen.

Mit Informationen von Sabine Wachs, ARD-Studio Paris.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. September 2018 um 12:00 Uhr.

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