Iranische Soldaten bei den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der islamische Revolution. | Bildquelle: ABEDIN TAHERKENAREH/EPA-EFE/REX

40 Jahre Islamische Revolution Der Iran feiert und rüstet auf

Stand: 11.02.2019 14:01 Uhr

Der Iran steckt wirtschaftlich und politisch in einer Krise. Bei der Feier zum 40. Jahrestag der Islamischen Revolution soll davon nichts zu spüren sein. Stärke wird demonstriert - vor allem militärisch.

Trotz wachsender internationaler Bedenken will der Iran aufrüsten und sein Raketenprogramm vorantreiben. "Wir haben nicht und wir werden nicht um Erlaubnis fragen, um verschiedene Raketen-Typen zu entwickeln", sagte Präsident Hassan Rouhani in einer Rede anlässlich des 40. Jahrestages der Islamischen Revolution, die das staatliche Fernsehen übertrug.

Er würdigte den Beitrag der heimischen Rüstungsindustrie zur Bewaffnung der Streitkräfte. 85 Prozent der Ausrüstung einschließlich fast jeder Art von Raketen würden im Iran hergestellt. "Unsere Streitkräfte erhalten alles, was sie wollen", sagte Rouhani. Damit könne sich das Land nicht nur vor ausländische Invasionen schützen, sondern auch seinen Weg gegen Imperialismus und Unterdrückung weitergehen.

Neue Mittelstreckenrakete

Wenige Tage vor dem 40. Jahrestag hatte die iranische Nachrichtenagentur Isna von einer neuen Mittelstreckenrakete berichtet, die in einer geheimen, unterirdischen Fabrik präsentiert worden sei. Dort würden ballistische Raketen für die Revolutionsgarden, eine Eliteeinheit des Militärs, hergestellt. Die neue Boden-Boden-Rakete "Desful" habe eine Reichweite von 1000 Kilometern, hieß es.

Die Revolutionsgarden selbst hatten mitgeteilt, ihren Widerstand gegen den Erzfeind Israel fortsetzen zu wollen. "Ungeachtet der diabolischen Forderungen des Großen Satans (USA) und im Einklang mit unserer rationalen Verteidigungsstrategie wird unser Raketenpotenzial weiter ausgebaut", hieß es in ihrer Presseerklärung.

Iran feiert 40. Jahrestag der islamischen Revolution
tagesschau 20:00, 11.02.2019, Natalie Amiri, BR

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Die Islamische Republik wird für ihr Raketenprogramm immer wieder kritisiert. US-Präsident Donald Trump begründete den Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran unter anderem damit, dass es die Raketenproduktion des Landes nicht beschneide. Auf Kritik vor allem westlicher Staaten stößt zudem das Ringen mit Saudi-Arabien um die Vorherrschaft in der Region. In Syrien unterstützen iranische Militärs den Präsidenten Bashar al-Assad. Im Jemen führen der Iran und Saudi-Arabien einen Stellvertreterkrieg.

"Tod für Amerika"

Anlässlich der Feierlichkeiten präsentierte das Militär seine Macht und fuhr wie jedes Jahr im Iran hergestellte Raketen und Marschflugkörper auf.

Millionen Menschen gingen landesweit auf die Straßen und beteiligten sich an den staatlich koordinierten Kundgebungen. Das ausgegebene Motto der Feierlichkeiten lautet: "Stolz auf gestern, voller Hoffnung auf morgen". Die Slogans der Demonstranten richteten sich erneut gegen die USA und den Erzfeind Israel. Sie schwenkten iranische Fahnen und riefen "Tod für Amerika".

Bei der Kundgebung in Teheran wurden auch US-Flaggen verbrannt. | Bildquelle: AFP
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Bei der Kundgebung in Teheran wurden auch US-Flaggen verbrannt.

Kein Wort zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Bei seiner Ansprache im Zentrum Teherans stellte Präsident Rouhani klar, den Feinden des Iran USA und Israel sei es nicht gelungen, die Islamische Republik in die Knie zu zwingen. "Die Anwesenheit des Volkes bei dieser Feier bedeutet, dass die Verschwörungen der Feinde ... abgewendet worden sind."

Auf die Probleme im Iran ging Rouhani dagegen nicht ein. Wegen der Sanktionen der USA steckt das Land in einer akuten Wirtschaftskrise. Die nationale Währung hat 60 Prozent an Wert verloren, die Inflation ist in allen Bereichen gestiegen und der wichtige Ölexport ist stark geschrumpft.

Stattdessen betonte Rouhani, dass das Volk weiterhin nicht von imperialistischen Mächten abhängig sein wolle. Das Land mit seiner Bevölkerung von mehr als 82 Millionen Menschen und seinem Militär sei stärker als vor 40 Jahren und werde die Verschwörungen der Feinde des Landes besiegen.

Boeing 747: Ayatollah Khomeini kommt mit einer Boeing 747 am 1. Februar 1979 in Teheran an | Bildquelle: AP
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Chomeni kehrte am 1. Februar 1979 mit einem Jumbo der Air France aus dem Exil nach Teheran zurück.

Ayatollah Ruhollah Khomeini nach seiner Ankunft am 1. Februar 1979 in Teheran | Bildquelle: AP
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Er hatte bereits aus dem französischen Exil den Schah heftig kritisiert und wurde begeistert empfangen.

Seit 40 Jahren Islamische Republik

Am 11. Februar 1979 war im Iran das Ende der Monarchie verkündet worden. Einen Monat später wurde die Islamische Republik gegründet. Als Revolutionsführer und Gründer des schiitischen Gottesstaates gilt deren erster oberster Führer, Ajatollah Ruhollah Chomeni, der von seinem Exil in der französischen Gemeinde Neauphle-le-Château aus den Sturz der Monarchie vorbereitet hatte. Seine Rückkehr nach Teheran leitete das Ende der Monarchie ein.

40 Jahre Islamische Revolution im Iran
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
11.02.2019 06:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Februar 2019 um 12:00 Uhr.

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