Der Astronaut Buzz Aldrin am 21. Juli 1969 (MEZ) auf dem Mond. | Bildquelle: AP

50 Jahre nach Mondlandung Das Comeback des Mondes

Stand: 27.12.2019 16:38 Uhr

Vor 50 Jahren landeten erstmals Menschen auf dem Mond. Eine Meisterleistung, an die in den USA mit Stolz erinnert wurde. Jetzt will man zurück auf den Erdtrabanten - als Spungbrett für noch weitergehende Ziele.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

In diesem Jahr wurde erst einmal gefeiert, sich ein bisschen gewärmt an den Erinnerungen des Sensationserfolgs von vor 50 Jahren. Als die USA als erste und bisher einzige Nation Menschen zum Mond brachten. "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit", wie Neil Armstrong bemerkte, als er als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte.

Der Mond ist wieder modern. Beim weltweiten astronautischen Kongress in diesem Jahr in Washington war Mondfahrt das Thema. Und eben nicht nur für die NASA, sondern als großes Projekt für völlig neue Geschäftsfelder.

Rückkehr zum Mond als Teamleistung

Jeff Bezos von Amazon hat ein "Nationales Team" zusammengestellt, um "um zum Mond zurückzukehren". Sein Raumfahrtunternehmen "Blue Origin" bewirbt sich zusammen mit Lockheed Martin, Northrop Grumman  und Draper um den Bau der nächsten Mondlandefähre. Und die soll schon in weniger als fünf Jahren gebraucht werden. 

Die Ingenieure Kristine Davis und Dustin Gohmert präsentieren in Washington die Prototypen der neuen NASA-Raumanzüge: Der in Anspielung auf die US-Flagge rot-weiß-blau gehaltene Druckanzug für Außeneinsätze, der orangefarbene Orion-Überlebensanzug für Start und Landung. | Bildquelle: dpa
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Die Ingenieure Kristine Davis und Dustin Gohmert präsentieren in Washington die Prototypen der neuen NASA-Raumanzüge: Der in Anspielung auf die US-Flagge rot-weiß-blau gehaltene Druckanzug für Außeneinsätze, der orangefarbene Orion-Überlebensanzug für Start und Landung.

Denn, so NASA-Chef Jim Breidenstine: "Unser Ziel ist, in fünf Jahren auf dem Mond zu landen. Und ab 2028 dauerhaft da zu bleiben". Im kommenden Jahr soll er erste Schritt passieren.

Im Kennedy Space Center in Florida werden schon die Einzelteile zusammengebaut. Etwa im November 2020 soll der erste unbemannte Testflug zum Mond stattfinden. Nicht viel Zeit für die "Artemis" genannte Mission.

Mit "Orion" sind auch die Europäer dabei

Neben der Rakete für den Weg ins All ist die Raumkapsel "Orion" das Herzstück. In ihr wird einmal die Crew sitzen, mit ihr wird Material transportiert - hin und zurück. Das dazu gehörige Modul für den Antrieb und den gesamten Service von "Orion" ist der europäische Beitrag, von Airbus in Bremen zusammengebaut.

Die Raumkapsel ''Orion'' | Bildquelle: dpa
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Die Raumkapsel Orion, entwickelt von NASA und ESA. Sie soll frühestens 2021 unbemannt zum Mond fliegen. Für 2022 ist die erste bemannte Umrundung des Mondes geplant, frühestens 2024 dann die erste bemannte Mondlandung mit Orion.

Wir wollen bleiben, sagt NASA-Chef Breidenstine. Eine Mondstation bauen. Und von dort Missionen zum Mars starten. Dafür sieht der Plan der NASA vor, zukünftig ein Raumschiff zur Zwischenlandung um den Mond kreisen zu lassen, genannt "Gateway". "Am Ende werden wir am "Gateway" ein Landesystem haben. Von da kann man zur Oberfläche des Mondes hin und her pendeln", so Breidenstine.

"Gateway" als internationale Bushaltestelle vor dem Mond

Vielleicht gehe es mit Direktflügen zum Mond schneller. Aber das Landesystem sei flexibel. Es könne die Astronauten über den Nordpol oder den Südpol des Mondes bringen. Dorthin, wo sehr viel Wasser vorhanden sei, das man dringend für die Zukunft benötige. Und die Station sei technisch so angelegt, dass praktisch jeder dort andocken könne - auch Russen und Chinesen.

Das neue Mondprogramm geht also sehr viel weiter als Wissenschaft. Mondfahrt heißt jetzt auch die Hoffnung auf lukrative Geschäfte, heißt auch, den Mond zu nutzen. Sogar von Fabriken ist die Rede. Oder ganze Computerfarmen am Südpol des Mondes zu installieren. Die Sonne liefert den Strom und es ist dort so kalt, dass Kühlen kein Problem ist.

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Die Geschichte der US-Raumfahrt

60 Jahre Nasa:

Am 29. Juli 1958 unterzeichnete US-Präsident Eisenhower (mitte) das "National Aeronautics and Space"-Gesetz und gründete damit die NASA. Er hatte entschieden, dass das zivile Raumfahrtprogramm der USA durch eine Raumfahrtorganisation durchgeführt werden soll. Er trieb die Gründung voran, da es der Sowjetunion bereits ein Jahr zuvor gelungen war, den Satelliten "Sputnik I" ins Weltall zu bringen. Am 1. Oktober 1958 nahm die NASA unter dem Chef Keith Glennan (rechts) ihre Arbeit auf. | Bildquelle: NASA

Feiern zum Jubiläum der ersten Mondlandung
Arthur Landwehr, ARD Washington
27.12.2019 15:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 20. Mai 2019 um 06:50 Uhr.

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