Ivanka Trump berührt ihren Vater liebevoll an der Schulter, als dieser im Oktober 2018 eine Rede hält. | Bildquelle: REUTERS

Berichte über E-Mail-Affäre Trump nimmt Tochter Ivanka in Schutz

Stand: 21.11.2018 04:11 Uhr

Es ist heikel für den US-Präsidenten: Tochter Ivanka soll Dienstmails von einem Privataccount verschickt haben. Doch den Vergleich zur E-Mail-Affäre um Ex-Rivalin Clinton will Trump nicht zulassen.

US-Präsident Donald Trump hat seine Tochter Ivanka gegen den Vorwurf einer möglichen E-Mail-Affäre verteidigt. Die "Washington Post" hatte berichtet, Ivanka habe zu Beginn ihrer Tätigkeit als Beraterin im Weißen Haus Hunderte dienstliche Mails von einem privaten Account aus verschickt.

Trump: Nicht mit Clinton-Affäre zu vergleichen

Besonders brisant: Der Vorwurf erinnert an die E-Mail-Affäre um die Demokratin und damalige Konkurrentin von Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2016, Hillary Clinton. Doch diesen Vergleich blockte Trump ab. Die Mails, die seine Tochter verschickt habe, seien nicht vertraulich gewesen. Außerdem habe Ivanka nicht versucht, die Mails nachträglich zu verbergen oder habe gar welche gelöscht. Seine Tochter habe die Mails an das Weiße Haus übergeben, damit sie archiviert werden könnten.

Auch der Sprecher von Ivankas Anwalt, Peter Mirijanian, hatte zuvor betont, es habe sich um keine vertraulichen Inhalte gehandelt. Zudem habe sie die Nachrichten verschickt, bevor sie in die Regeln des Weißen Hauses eingewiesen worden sei. Das Versenden von Dienstmails von einem Privataccount verstößt gegen die Vorschriften der Regierungszentrale.

Demokraten kündigen Untersuchung an

Aus diesem Grund wollen die Demokraten untersuchen, ob Ivanka Trump gegen das Gesetz verstoßen hat. Der Abgeordnete Elijah Cummings kündigte an, das Aufsichtskomitee des Repräsentantenhauses werde sich mit dem Fall befassen, sobald die Demokraten im Januar die Kontrolle über die Kongresskammer übernommen haben.

Trump hatte Haft für Clinton gefordert

Im Wahlkampf 2016 hatte Trump seine Gegnerin Clinton immer wieder scharf angegriffen, weil sie dienstliche Mails von einem privaten Account und über einen nicht gesicherten Server verschickt hatte. Trump nannte Clinton korrupt, eine Lügnerin und stellte sie als inkompetent dar. Von den Behörden hatte er gefordert, Clinton wegen der Affäre ins Gefängnis zu bringen.

Clinton hatte die betreffenden E-Mails in ihrer Zeit als US-Außenministerin verschickt. Das FBI ermittelte deswegen, kam aber im Sommer 2016 zu dem Schluss, dass die Demokratin sich nicht strafbar gemacht hatte.

TV Duell Donald Trump Hillary Clinton, September 2016 | Bildquelle: AFP
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Die E-Mails von Hillary Clinton waren im Wahlkampf gern genommenes Futter für Donald Trump.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. November 2018 um 05:00 Uhr in den Nachrichten.

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